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Ratgeber: "IFA 2012" IFA-Highlights 2012: Heimnetzwerk und Smart TV

Die Megatrends der IFA 2012 lauten Internet und vernetzte Kommunikation. Schon jetzt zeigen die Hersteller einen Ausblick auf die neuen Techniken und Bedienkonzepte im Heimnetzwerk. Wir haben die Highlights.

© Hersteller, Messe Berlin

Noch bevor das Informationsfeuerwerk im Rahmen des "IFA Innovations Media Briefing" losging, formulierte IFA-Chef Jens Heithecker die Hauptbotschaft der IFA 2012: "Das Fernsehen, das Radio und das multimediale Zuhause stecken mitten in der digitalen Revolution – und alle erfinden sich dabei neu."

IFA-2012-Highlight Smart TV: Unterwegs im Netz

"Zehn Milliarden Geräte durchforsten inzwischen das Internet", führt Heithecker weiter aus und zitiert damit jüngste Studien. Tablets, Smartphones und der Fernseher haben sich dabei als völlig neue Gerätegenerationen eingeklinkt. Die TVs erhalten dabei offensichtlich immer mehr Gewicht. "Rund 60 Prozent der Smart-TV-Besitzer schließen diesen ans Internet an", sagt Volker Blume als Produktmanager für Philips-TVs während des Briefings.

Loewe präsentiert nicht nur einen neuen Individual-TV, sondern auch ein alle Services verbindendes, übersichtliches Home-Menü.
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© Hersteller, Messe Berlin
Loewe präsentiert nicht nur einen neuen Individual-TV, sondern auch ein alle Services verbindendes, übersichtliches Home-Menü.

Panasonic-Marketing-Chef Armando Romagnolo beschreibt Smart TVs als "neue Gattung von Fernsehern". Matthias Greve, Video-Web-Boxen-Erfinder und Internet-Spezialist, betrachtet den Fernseher wortgewaltig als "zukünftige dritte Säule des Internets nach Computer und Tablet".

IFA-2012-Highlights: Inhalte und Bedienung 

So ähnelt der neue große Trend der IFA ein wenig dem alten: Die Heimelektronik geht ins Internet und verteilt alles, was sie dort zusammensucht, im Heimnetzwerk. Dieser Megatrend wird immer weitere, schier unendliche Möglichkeiten schaffen.

Damit das einwandfrei funktioniert, ist Feinschliff notwendig. Die Hauptthemen lauten dabei: Angebotsvielfalt in den Portalen der Hersteller sowie die Optimierung der Bedienung. Und jeder der großen Drahtzieher stellt dabei den Fernseher in den Mittelpunkt des Geschehens.

Sony präsentiert Google TV und damit eine neue Art, Angebote aus dem Web zu bündeln und auf dem Fernseher zu präsentieren. Eine Touch-Fernbedienung hilft dabei.
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© Hersteller, Messe Berlin
Sony präsentiert Google TV und damit eine neue Art, Angebote aus dem Web zu bündeln und auf dem Fernseher zu präsentieren. Eine Touch-Fernbedienung hilft dabei.

Die Wege der TV-Spezialisten fallen dabei unterschiedlich aus. TP Vision als Hersteller von Philips-Fernsehern streitet mit LG in der Smart TV Alliance für Standards im Internet- und Heimnetzwerk. Eine offene Plattform soll Geräteherstellern sowie Service-Anbietern erleichtern, sich in den riesigen Web-Teppich einzubinden. Toshiba und kurz vor dem Berliner Briefing auch Sharp haben sich der Alliance bereits angeschlossen.

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video hakte auf dem Forum bei den anderen großen Spielern nach, doch Samsung und Panasonic zeigen der Allianz die kalte Schulter. "Der Red Button hat bei uns schon jetzt einen festen Platz. Beim Portal verfolgen wir allerdings unser eigenes Konzept", sagte Panasonics Marketing-Chef Romagnolo. Kai Hillebrandt, Business Director CE bei Samsung, argumentierte in gleicher Weise.

Sony präsentierte als Antwort Google TV als einen für die Japaner wichtigen Ansatz, Web-Cineasten ein neues Service-Zeitalter zu bescheren. Das Konzept des Suchmaschinengiganten lässt eine kleine Box das Internet nach allem Verwertbaren durchstöbern. Sie unterscheidet dabei allerdings keine speziellen TV-Apps von sonstigen Web-Angeboten.

IFA-2012-Highlight: neue Bedienkonzepte

TP Vision perfektioniert die Bedienung mit einem Funker für Philips-TVs, der Tastatur und © Hersteller, Messe Berlin
TP Vision perfektioniert die Bedienung mit einem Funker für Philips-TVs, der Tastatur und "Pointer"- Technik in sich vereint.

Und wie macht man Durchschnitts-TV-Konsumenten zu digitalen Revoluzzern? Neue Bedienkonzepte sollen den Weg ebnen. So verlieren Philips-Fernbedienungen ihre Einseitigkeit: Wie bei Sonys Google TV-Funker sind Bedienknöpfe auf der einen Seite platziert und eine Tastatur auf der anderen. Zudem ist ein bewegungssensitiver "Pointer" integriert, mit dem man direkt auf das TV-Menü "zeigen" und Befehle erteilen kann.

LG hat etwas Ähnliches bereits vorgestellt. Samsung offeriert eine sportliche Alternative, bei der eine Kamera Arm- und Handbewegungen registriert. Zudem reagiert der TV in begrenztem Umfang auf Sprachbefehle.

Loewe geht konventionellere Wege und legt dabei Wert auf die Perfektionierung der Menügestaltung. Eine neue "Home"-Seite soll beste Übersicht über sämtliche Multimedia-Services bieten und gleichzeitig die persönlichen Favoritenangebote bündeln.

Der Fürther Konkurrent Metz will dagegen beim Web-Rennen im Sinne seiner Kunden ein eher mäßiges Tempo einschlagen. Er verfeinert seine Aufnahme- und Programmführer-Funktionen weiter – ein Aspekt, den die meisten Konkurrenten tatsächlich etwas vernachlässigt haben.

IFA-2012-Highlight Vernetzung: Handy, Tablet und TV

Das Samsung Galaxy S III gehört zu den Mobile Devices der Spitzenklasse und eröffnet für Internet und Heimnetzwerk neue Möglichkeiten.
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Das Samsung Galaxy S III gehört zu den Mobile Devices der Spitzenklasse und eröffnet für Internet und Heimnetzwerk neue Möglichkeiten.

Die Verquickung von Handy und Tablet mit dem Fernseher boomt unterdessen immer weiter. Jeder der großen Hersteller außer Sharp hält inzwischen eine App bereit, die den Fernseher oder das gesamte Heimnetzwerk steuert. Toshiba präsentiert etwa ein superdünnes Tablet mit einem brillanten AMOLED-Bildschirm. Und die Apple-Klassiker haben mit dem Mega-Phone Galaxy S3 von Samsung unlängst mächtige Konkurrenz erhalten. Hier verbinden wahre Multimedia-Cracks Video, Audio und das Internet gekonnt miteinander.

Immer üblicher wird dabei der gewiefte, fließende Medientausch zwischen Handy, Tablet und Fernseher. Nach Samsung und Panasonic ermöglicht jetzt auch Philips, auf seinen Fernsehern die laufende Sendung mit einer Fingerbewegung aufs Tablet zu ziehen, um sie in einem anderen Raum weiter anschauen zu können. So erhält die einst sehr exklusive, pfiffige WLAN-Streaming-Lösung in immer mehr TV-Modellen ihren Platz.

19,6 Zentimeter Bildschirm bei nur acht Millimetern Höhe – das Toshiba-Tablet verbindet innovativ und elegant die Welten. © Hersteller, Messe Berlin
19,6 Zentimeter Bildschirm bei nur acht Millimetern Höhe – das Toshiba-Tablet verbindet innovativ und elegant die Welten.

Dass es bei der Bedienung dennoch hapert, veranschaulichen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die anlässlich der IFA erhoben wurden: 61 Prozent der Smart-TV-Käufer sind mit Navigation und Menüführung zwar zufrieden, immerhin 39 Prozent muss man aber nach wie vor überzeugen.

 
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