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Bundesliga & Champions League Sind Live-Streams bei wiziwig.tv & Co. legal? - So denkt der Anwalt

Sind Live-Streams zur Champions League oder zur Bundesliga bei wiziwig.tv & Co. legal? Wir haben einen Anwalt gefragt: Urheberrechtsexperte Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Burger & Solmecke klärt auf.
Sind Live-Streams bei wiziwig legal? © Jürgen Fälchle - Fotolia.com
Sind Live-Streams zur Champions League oder zur Bundesliga bei wiziwig.tv & Co. legal? Wir haben einen Anwalt gefragt: Der Kölner Urheberrechtsexperte Christian Solmecke klärt auf.

Ist wiziwig.tv legal? Die Frage ist angesichts des indirekten Angebots an Live-Streams etwa zur Champions League oder der Bundesliga berechtigt. Wir haben den Kölner Anwalt Christian Solmecke befragt. Er ist Experte in Sachen Urheberrechtsfragen und bei der Kanzlei Wilde Burger & Solmecke auf die Beratung der Online-Branche spezialisiert. Der Jurist machte uns unter anderem auf seinen FAQ-Artikel aufmerksam, in dem er am Filesharing-Beispiel kino.to erklärt, welche rechtlichen Hintergründe beim Nutzen von Online-Streaming-Angeboten und Download-Portalen zu beachten sind. Dazu haben wir ein Video (zum Video springen) für Sie, dass die Thematik in wenigen Minuten leichtverständlich präsentiert. Sie finden es im unteren Teil dieser Meldung.

Wir fassen zuerst die Aussagen des FAQ-Artikels für Sie zusammen und übertragen diese auf die aktuellen Fußball-Angebote. Vorab: Das Hochladen - also das proaktive Anbieten - von Filmen sowie Live-Streams ist illegal. „Ob das reine Konsumieren illegal ist, ist unter Juristen sehr umstritten“, sagt Solmecke. Er ist der Meinung, dass sich Nutzer durch die Nutzung von Streams nicht strafbar machen. Hilfreich sei es, wenn die Regierung in Sachen „Streaming-Portalen“ Rechtssicherheit schaffen würde. Bislang sei dem Anwalt jedenfalls kein Fall bekannt, in dem gegen Nutzer von Livestream-Portalen vorgegangen wurde.

Ist wiziwig.tv legal? Streaming und Peer-2-Peer

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Aus Sicht des Anwalts mache es einen großen Unterschied, ob ein Nutzer ein Angebot lediglich anschaut oder es sich auch dauerhaft herunterlädt. Im ersten Fall handelt es sich zwar auch um einen Download, doch dieser sei lediglich eine flüchtige Kopie im (Arbeits)Speicher. Diese Kopie "soll nach dem Willen des Gesetzgebers privilegiert werden", schrieb uns die Kanzlei auf eine entsprechende Anfrage. In jedem Fall sei Vorsicht geboten: vor allem bei nötiger Zusatzsoftware, die häufig nach dem P2P-Prinzip (Peer-to-Peer) funktioniert.  Dabei handelt es sich um die gleiche Technik, die auch beim Einsatz klassischer Filesharing-Programme Verwendung findet. In diesem Fall konsumiert der Nutzer nicht nur, sondern verbreite Inhalte gleichzeitig auch weiter. Dies sei laut Christian Solmecke strengstens verboten. Das vollständige FAQ zu kino.to lesen Sie hier. Ein passendes Video vom August 2010 finden Sie im Folgenden.

Christian Solmecke über Live-Streams

Über Christian Solmecke und Wilde Burger & Solmecke

Christian Solmecke ist Experte für Urheberrechtsfragen im Internet. © Christian Solmecke
Christian Solmecke ist Experte für Urheberrechtsfragen im Internet.

Die Kölner Kanzlei WILDE BEUGER & SOLMECKE hat sich auf die Beratung der Online-Branche spezialisiert. Insgesamt arbeiten in der Kanzlei zehn Anwälte. Rechtsanwalt Christian Solmecke (36) hat in den vergangenen drei Jahren den Bereich Internetrecht und E-Commerce stetig ausgebaut. So betreut er zahlreiche Medienschaffende und Web-2.0-Plattformen. Neben seiner Kanzleitätigkeit ist Christian Solmecke auch Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI) an der Cologne Business School. Dort beschäftigt er sich insbesondere mit den Rechtsfragen in Sozialen Netzen. Vor seiner Tätigkeit als Anwalt arbeitete Solmecke mehrere Jahre als Journalist für den Westdeutschen Rundfunk und andere Medien.

 
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