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Digitales Antennenfernsehen RTL-Gruppe steigt aus DVB-T aus

Bis zum Jahr 2015 will die RTL-Gruppe ihr DVB-T-Engagement beenden. Die Digitalübertragung per Antenne sei zu teuer und es gebe keine Planungssicherheit bei der Verbreitung.
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Die RTL-Gruppe steigt aus der terrestrischen Digitalübertragung (DVB-T) ihres Programms aus. Eingestellt werden dabei die Sender RTL, RTL II, Vox, Super RTL und ntv. Dies meldet die Nachrichtenplattform ntv auf ihrer Online-Seite. ntv gehört ebenfalls zur RTL-Gruppe. Laut RTL-Angaben betrage der DVB-T-Marktanteil bei den Zuschauern lediglich 4,2 Prozent. Die weiteren Anteile entfielen vor allem auf Satelliten und -Kabelzuschauer. Daher falle die Verbreitung unrentabel aus: Die Kosten pro DVB-T-Haushalt seien 30 Mal höher als beim Satellitenfernsehen. Die Übertragung wird bis Ende 2014 eingestellt, im Raum München bereits Ende Mai dieses Jahres.

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Zudem kritisiere RTL, dass Bund und Länder keine langfristige Garantie für die Verfügbarkeit der Verbreitungsfrequenzen geben würden. Sie reiche lediglich bis ins Jahr 2020. Daher lohnten sich keine weiteren Investitionen in die Nachfolgetechnik DVB-T 2. Erst sie ermöglicht die Übertragung von HDTV-Sendern.

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Ein weiterer Dorn im Auge ist den RTL-Managern, dass DVB-T-Programme derzeit nur unverschlüsselt übertragen werden. RTL-Gruppe versendet über die Astra-Plattform HD+ ihre HD-Programme verschlüsselt, die Empfänger bezahlen für die Freischaltung.

video-magazin.de gegenüber hat Marc Schröder, Geschäftsführer RTL interactive, die Pläne bestätigt. „Eine Zukunft der Terrestrik ist für viele Sender unter stabilen ökonomischen Rahmenbedingungen nur verschlüsselt möglich“, lautet die Einschätzung. „Trotz intensiver Bemühungen der Infrastrukturbetreiber sehen wir bislang kein ökonomisch tragfähiges Geschäftsmodell.“

 
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