Digitales Fernsehen Darauf müssen Sie beim Digital-Umstieg achten
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Tipp 1: Informieren Sie sich
Auf der Videotextseite 198 steht bei vielen Sendern (etwa ARD, ZDF, SAT.1, RTL), ob Sie von der Umstellung betroffen sind. Wenn Sie dort die Meldung "Sie empfangen bereits digital" lesen, brauchen Sie sich um nichts weiter zu kümmern. Wer das TV-Programm über Kabel oder Antenne (DVB-T) empfängt, muss ohnehin nichts tun.
Tipp 2: Geräte austauschen
Um das TV-Programm nach dem 30. April weiter über Satellit zu empfangen, brauchen Sie einen Digital-Receiver oder einen Fernseher mit integriertem DVB-S-Tuner. Knapp zwei Millionen Haushalte müssen den TV-Empfang noch umstellen: Kümmern Sie sich umgehend um die neue Technik, bevor es zu Lieferengpässen kommt. Empfehlenswerte Geräte finden Sie weiter unten.
Tipp 3: HD-Empfang
Achten Sie beim Kauf einen Neugeräts darauf, dass es HD-tauglich ist. Die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen ihr Programm kostenlos und ohne Einschränkungen in HD aus. Für die Privaten (ProSieben, SAT.1, RTL, VOX etc.) sind extra "HD+"-Module erforderlich. Die Privatsender strahlen ihre HDTV-Angebote über Satellit verschlüsselt aus. Sie nutzen dafür die "HD+"-Plattform. Um ProSieben, RTL und Co. in HD-Qualität sehen zu können, muss Ihr Empfangsgerät (Digitalreceiver oder Fernseher mit DVB-S-Tuner) über eine "CI+"-Schnittstelle verfügen. In diesen Steckplatz wird ein "CI+"-Modul mit "HD+"-Smartcard eingeschoben: Beides zusammen gibt es für 79 Euro. Alternativ können Sie einen Receiver mit integrierter "HD+"-Karte (erkenntlich am "HD+"-Logo) kaufen. Mit beiden Varianten können Sie ein Jahr lang alle "HD+"-Programme empfangen. Ab dem zweiten Jahr wird eine Servicepauschale von 50 Euro fällig. Eine Liste der verfügbaren Sender und weitere Informationen finden Sie auf hd-plus.de .
Satellitenschüssel: Ihren "Spiegel" müssen Sie nicht austauschen. In den meisten Fällen reicht ein neuer Digitalreceiver aus. Nur wenn Ihre Anlage vor 1997 installiert wurde, wird eventuell ein neuer Empfangskopf (LNB) nötig. Das ist das Bauteil, das vor der Schüssel auf einer Halterung montiert ist. Wenn Sie trotz neuem Digitalreceiver nicht die volle Anzahl von etwa 350 Programmen empfangen, besteht hier Handlungsbedarf.
Weitere Infos: Landesmedienanstalten und Sender bieten auf der gemeinschaftlich betriebenen und unabhängigen Seite klardigital.de einen Glossar mit allen wichtigen Begriffen sowie Infobroschüren zum Download.
Tipp 4: Das richtige Gerät
Wollen Sie nur fernsehen? Oder brauchen Sie eine Aufnahmefunktion? Vielleicht wollen Sie auch eine Sendung schauen und gleichzeitig eine weitere aufnehmen: Receiver gibt es in unterschiedlichen Preis- und Ausstattungskategorien, die alle für den digitalen Sat-Empfang gerüstet sind. Ein Tipp: Wenn Sie einen neuen Fernseher kaufen, achten Sie darauf, dass ein DVB-S-Tuner eingebaut ist. Dann wird der Receiver überflüssig.
Panasonic TX-P42 GW30 (ca. 650 Euro): Der Plasma-Fernseher (106 Zentimeter Bildschirmdiagonale) ist mit dem eingebauten Multi-Tuner für das digitale Satellitenzeitalter (SD und HD) gerüstet, kann das Programm aber auch via Kabel (DVB-C) oder Antenne (DVB-T) empfangen. Zur fantastischen Ausstattung gehören: Internet, Aufnahmefunktion via USB, zahlreiche Anschlussmöglichkeiten.
Philips 42 PFL 7606K (ca. 800 Euro): Der LCD-Fernseher ist in Größe und Ausstattung dem Plasma-Modell von Panasonic ähnlich: Dank Multituner fit für digitales Satellitenfernsehen (sowie Kabel und Antenne), USB-Aufnahme und Internet sind an Bord. Zusätzlich ist der Philips auch 3D-tauglich (zwei Brillen sind im Lieferumfang enthalten) und versteht den Videotext-Nachfolger HbbTV.
Kathrein UFS 923 CI+ 1000 GB (ca. 480 Euro): Der Alleskönner ist zwar teuer, bringt aber Twin-Tuner und riesige Festplatte mit. Damit lässt sich ein Programm ansehen und ein weiteres gleichzeitig aufzeichnen. Das Gerät ist internetfähig und spielt Fotos und Videos ab. Nachteil: Für die HD-Sender der Privaten muss ein Modul (CI+) nachgekauft werden.
Humax HD Nano (ca. 95 Euro): Im einfach zu bedienenden Humax Nano ist die "HD+"-Karte bereits integriert. Damit empfängt das Gerät alle verfügbaren HD-Sender, also auch die privaten. Der Receiver mit Single-Tuner ermöglicht Aufnahmen via USB-Anschluss - von laufenden oder programmierten Sendungen. Die lassen sich aber nicht kopieren oder auf einen PC überspielen.
Comag SL900 HD (ca. 85 Euro): Das Einsteigermodell mit spartanischer Ausstattung beschränkt sich auf das Wesentliche (digitaler Bild- und Tonempfang) und bietet keine Aufnahmefunktion. Über den USB-Anschluss lassen sich aber Fotos und Videos abspielen. Der Receiver ist für öffentlich-rechtliche HD-Sender gerüstet. Für die Privaten muss zusätzlich ein Modul (CI+) gekauft werden.
Technisat Digit Isio S1 (ca. 290 Euro): Der Allrounder mit Twin-Tuner ist einfach zu bedienen, gut ausgestattet und lässt sich als Rekorder nutzen: Die Sendungen werden auf USB-Stick oder externer Festplatte gespeichert. Mit dem Internetzugang ist freies Browsen möglich. Das Gerät spielt Videos, Fotos und Musik ab. Für die HD-Sender der Privaten wird ein zusätzliches Modul (CI+) benötigt.
Avanit SHD5 (ca. 75 Euro): Preiswert, aber keineswegs schlecht. Der Avanit zeichnet sich durch eine sehr gute Bildqualität aus. Aufnahmen sind auf einem USB-Stick möglich. Der Receiver spielt Musik, Videos und Fotos ab, bringt aber keinen Steckplatz für CI+-Module: Private Sender sind nur in SD-Qualität zu empfangen. ARD, ZDF und Co. können aber in HD-Auflösung wiedergegeben werden.