Wie wird man Millionär? Fünf Quiz-Apps im Vergleich
© RTL / Stefan Gregorowius
Der ersten Anlaufpunkt in Sachen "Wer wird Millionär" stellt natürlich die Webpräsenz der Quizshow auf der RTL-Homepage dar. Android-Nutzer bekommen hier gleich den ersten Dämpfer: Die App zur Sendung liegt nämlich lediglich für iOS-Geräte vor. Und im Gegensatz zum Online-Trainingslager kostet die auch was: Für 2,39 Euro ersteht der User 500 Quizfragen - weitere lassen sich nachkaufen. Die Wahl zwischen klassischer oder Risikovariante entfällt, dafür erhält der Spieler nach der 1.000-Euro-Frage automatisch einen vierten Joker, mit dem sich eine Frage tauschen lässt. Das Zeitlimit, das im Online-Bootcamp die Schweißperlen auf die Stirn treibt, gibt es nicht. Das Ratevergnügen ist groß, doch ob die App zur Sendungsvorbereitung taugt, darf bezweifelt werden: Schließlich wird die Fragenredaktion von "Wer wird Millionär" eine Frage nicht zweimal stellen.
Es empfiehlt sich also, einen anderen Quizmaster zu wählen - und im Zweifelsfall einen kostenpflichtigen, der eine Redaktion im Rücken hat. Zwar gibt es viele gratis Quiz-Applikationen, doch deren Faktentreue ist manchmal etwas zweifelhaft - vor allem, wenn Nutzer selbst Fragen vorschlagen können. So leuchtet beispielsweise das erlösende grüne Licht bei der Frage, auf welchem Kontinent Sibirien liegt, in der Quizrunde der Android-App "Allgemeinwissen" hinter "Europa" auf.
Zielführender erscheint da die mobile Version des "Pocket Quiz: Allgemeinwissen", die der Moses-Verlag jedoch leider nur für Apple-Jünger bereitstellt. Für 0,79 Euro fragt die App Wissen aus verschiedensten Themenbereichen ab - im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten auch im Zwei-Spieler-Modus. Dem Gegner den Vortritt zu lassen kann sich bei Unsicherheit lohnen: Denn die Spieler markieren nacheinander, für welche der drei Antwortmöglichkeiten sie sich entscheiden - und der zweite Spieler sieht, welche Antwort sein Gegenüber wählte. Ein kleines Ärgernis, das jedoch durch den erhöhten Mitteilungsbedarf der App ausgeglichen wird: Nach jeder Frage wird die richtige Antwort in einer kurzen Erklärung ausgeführt.
Noch stärker steht der Lerneffekt beim "Wissenstraining: Allgemeinbildung" im Vordergrund - einer mit 3,99 Euro recht teuren App, die - richtig geraten - nur auf iOS-Geräten läuft. Sie liefert nicht nur Details zur richtigen Antwort, sondern zeigt dem User auch auf, in welchem der zehn Themenbereiche seine Schwächen liegen. Alle Fragen, die falsch beantwortet wurden, lassen sich nach Komplex geordnet erneut aufrufen und lösen. Neue Informationen lassen sich so leichter im Gedächtnis verankern.
Allerdings ist es bei "Wer wird Millionär" ja nicht immer das Allgemeinwissen, das den großen Geldregen auslöst. Besonders auf der Zielgeraden begegnet Günther Jauch seinen Kandidaten gern mit Fragen der absonderlichen Art. "Unnütze Fakten", wie sie die gleichnamige, kostenlose App für Android- und Applegeräte liefert, können dann Gold wert sein. Hängen bleibt von den per Wischbewegung wechselnden Informationen eine Menge: Dass die Synchronstimme des Trickfilmhasen Bugs Bunny ausgerechnet eine Karottenallergie hat, ist schließlich zu schön, um in Vergessenheit zu geraten.