Menü

HDMI 1.4a vorgestellt HDMI 1.4a: 3D und Kampf gegen den Kabelsalat

Die HDMI-Version 1.4a unterstützt nicht nur 3D. Neue Funktionen und Kabeltypen haben einen weiteren großen Vorteil: Sie machen einige andere Strippen überflüssig.

Das High Definition Multimedia Interface (HDMI) entwickelt sich kontinuierlich mit der Unterhaltungselekronik, die es verbindet. So hat der Standard seit der ersten HDMI-Spezifikation von 2002 enorme Erweiterungen erfahren. Die neueste Version HDMI 1.4a unterstützt neue Technologien – und vor allem 3D.

Die Netzwerk-Fähigkeiten von TV-Geräten, Blu-ray-Playern und AV-Receivern nehmen stetig zu. So kann der Fernseher Inhalte eines Computers anzeigen, der über das Heimnetzwerk verbunden ist. Der Blu-ray-Player geht ins Internet, um sich weitere Inhalte einer Blu-ray (BD-Live) zu holen.

Neue Fernseher und Blu-ray-Player verfügen zudem über die Möglichkeit, Videos von YouTube, Nachrichten von der Tagesschau oder Bilder von Picasa abzurufen. Jedes Gerät müsste demnach eine eigene Verbindung zum Netzwerk aufbauen, was vor allem Kabelzuwachs bedeuten würde, wenn man nicht drahtlos über WLAN kommuniziert. Hier setzt HDMI 1.4a an.

Dank neuer HDMI-Kabel lassen sich Netzwerk-Daten in zwei Richtungen übertragen. Es muss also nur noch ein Gerät in einer Kette mit dem Netzwerk verbunden sein.

Wer seinen Fernseher an einen AV-Receiver anschließt, wird auch dieses Problem kennen: Man benötigt nicht nur ein Kabel vom Receiver zum Fernseher, um Bilddaten dorthin zu übermitteln, sondern auch ein zweites vom TV zum Receiver, damit dieser den TV-Ton verarbeiten kann. HDMI 1.4a behebt dieses Problem, da es einen Audio-Rückkanal zulässt.

Die richtigen Farben

Haben Sie sich schon einmal da-rüber geärgert, dass die Farben von Bildern nicht stimmen, die Sie auf dem Fernseher sehen? Falls ja, dann könnte Ihnen HDMI 1.4a vielleicht helfen. Denn bislang wurden in HDMI nicht die erweiterten Farbräume spezifiziert, in denen Digitalkameras häufig ihre Fotos aufnehmen.

Wenn man eine Kamera per HDMI an ein TV-Gerät anschloss, kam es zu Farbverschiebungen. HDMI 1.4a unterstützt jetzt die für Digitalkameras typischen Farbräume sYCC601, Adobe RGB und Adobe YCC 601.

Es genügt jedoch nicht, wenn den Blu-ray-Player oder die Digitalkamera, in der Ihre Fotospeicherkarte steckt, genauso wie den Fernseher das HDMI-1.4a-Logo ziert. Das Logo sagt zunächst nichts darüber aus, was das Gerät kann.

Sprich: Der TV muss diese Farbräume nicht unterstützen – genauso wenig wie 3D. Denn auch die Übertragung der dritten Bilddimen- sion wurde in dieser HDMI-Version spezifiziert. Es wird darin genau festgelegt, in welcher Form 3D-Video-Inhalte übertragen werden dürfen.

Eine andere interessante Neuerung ist die mögliche Übermittlung von Videomaterial in 4K, das heißt: mit einer Auflösung von bis zu 4096 x 2160 Bildpunkten. Das entspricht einer viermal so großen Auflösung wie Full HD mit 1920 x 1080 Bildpunkten. Bislang kommt dieses Format hauptsächlich nur in ausgewählten Digitalkinos zum Einsatz.

HDMI 1.4a ermöglicht auch mehr Komfort. TV-Geräte können nun grundsätzlich erkennen, welche Art von Quelle sie erhalten, und dementsprechend automatisch die Bildeinstellungen ändern. HDMI 1.4a unterstützt dabei Profile für Filme, Spiele, Fotos und Texte mit Grafiken.

Die neue HDMI-Version bedeutet jedoch nicht, dass man seine alten Kabel wegwerfen muss. HDMI ist abwärtskompatibel. Man kann also ein Gerät, das bereits einen HDMI-Ausgang der Version 1.4a besitzt, mit einem 1.3-Anschluss verbinden. Der Funktionsumfang ist in diesem Fall auf HDMI 1.3 beschränkt.

Rüstet man auf neue Geräte mit HDMI 1.4a um, kann man ebenfalls die alten Kabel behalten. Es sei denn, man will Netzwerk-Daten sicher über das HDMI-Kabel schicken. Dafür gibt es spezielle Kabel mit Ethernet-Kanal.

Und wer beabsichtigt, 3D-Daten zu übertragen, muss überprüfen, ob sein Kabel High-Speed-tauglich ist. Nur mit diesen Hochgeschwindigkeitskabeln funktioniert der Datentransfer sicher.

Auch an Autofahrer und Besitzer von portablen Geräten hat das HDMI-Konsortium mit zwei Kabeltypen gedacht: in Form des ultrakleinen Micro-Steckers und des Automotive-HDMI-Kabels (siehe Überblick-/Infokästen).

weiterlesen auf Seite 2

Inhaltsverzeichnis 1/3
 
Anzeige
Anzeige
x