Der Entavio-Receiver im Test Humax Blu-Fox CI
Die beiden neuen Humax Modelle Blu- Fox S und Blu-Fox CI unterscheiden sich hauptsächlich, wie der Name schon vermuten lässt, durch einen CI-Schacht. Während sich der kleine voll auf die Pay-TV-Sender in Entavio-Technik konzentriert, bietet die CI-Variante einen der gängigen Einschübe, mit denen abonniertes Bezahlfernsehen entschlüsselt werden kann. Das war in unserem Fall sogar nötig, denn als Kunde des Premiere-Angebots wollten wir die Maschine natürlich auch auf das versprochene Feature ?geeignet für Premiere? hin testen. Doch Pustekuchen: Die Karte wurde nicht akzeptiert. Auf einen Austausch der Smartcard haben wir verzichtet, denn sie soll auch zukünftig klassische Receiver testen und die Redaktion mit HD-Bildern für TV-Bewertungen versorgen. Hier hat sich der CI-Schacht des Humax-Fuchses bewährt, denn über Alpha- und Omegamodule kommt das Premiere-Angebot sofort auf den Schirm.
Die Technik des Humax-Gerätes erscheint wie eine Ergänzung des bekannten Anforderungsprofils von Premiere durch die Interaktivität von Blucom und Mosaik- Screens. Die ersten 100 Sender sind bereits (gut) programmiert, der erste Eintrag im Setup-Menü heißt ?Entavio?, es gibt eine ausgereifte Kindersicherung und die Auswahl von DolbyDigital oder mehreren Blickwinkeln (Unterprogrammen des Sportportals) klappt ebenso reibungslos wie der Empfang von Pay-per-View- Angeboten. Neben der Firmware lassen sich auch Programmlisten via Satellit auffrischen.
Die neuen interaktiven Möglichkeiten, die sich durch die Zwei-Wege- Kommunikation von Blucom auftun, sind im Bereich Pay-TV noch nicht ganz abzusehen. Bisher befinden sich die Angebote auf freien Kanälen. Nach dem Herunterladen des kostenpflichtigen (vier Euro) Handy-Browsers tauchen beim Durchzappen der Sender weitaus mehr Infoscreens als gedacht auf dem Telefon auf. Sie fordern zum Voten, Wetten, Mitbieten oder Kaufen auf, oder sie geben einfach nur Bonusinformationen. Eine sehr nette Spielerei, die es erheblich attraktiver macht, aktiv das TV-Geschehen mitzubestimmen. Und wer weiß, was sich da in Zukunft noch so tut? Mit einem Entavio-Receiver ist man jedenfalls mit dabei. Auch so genannte Mosaikfenster, über die beim TV-Empfang ähnlich wie bei DVD-Menüs eine erweiterte Auswahl getroffen werden kann, sind bei Entavio-Geräten integriert.
Frei zur Luft
Auch wer die zwei Euro scheut, die Entavio für die Verwaltung eines Abos verlangt, besitzt mit dem Humax Blu-Fox CI einen tollen Free-to-Air- Satellitenreceiver. Er ist auf exotische Empfangsanlagen mit Motorsteuerung und Einkabellösungen vorbereitet und bietet so ziemlich alles, was man sich zum TV- Empfang wünschen kann. Allein eine Festplatte zur Aufnahme und der Anschluss an einen PC könnten mehr Features bieten, doch sind das weniger Einsätze für die breite TV-Masse.
Besonders gelungen sind Humaxens Bildschirmmenüs, vor allem der Programmführer. Hier gibt es mehrere Ansichten der kommenden Sendungen als Listen und Tabellen, sogar an Suchfunktionen nach Genres und Namen wurde gedacht.
Im Testlabor überraschte der Blu-Fox CI durch die besten Tunerwerte aller bisher gemessenen Settop-Boxen. Sein Empfänger besitzt satte sechs Dezibel mehr Empfindlichkeit als der Durchschnitt, er kommt also mit halb so starken Satellitenwellen auswie das Gros der Mitbewerber. Und diese Digitalwellen setzt er in besonders normgerechte Scartsignale um. Über RGB wird sehr gut Schärfe gefiltert, Filme wirken also vor allem bei Bewegungen viel homogener und ruhiger als über andere Settop-Boxen. Beim Ton ist das zu sagen, was für alle Settop- Boxen gilt: Die analogen Buchsen meiden und digital verkabeln, dann klingt?s auch ordentlich.
Die Umschaltzeiten, sogar zwischen Sendern eines Transponders, sind leider zäh und wurden von uns bei Receivern aus gleichem Hause schon besser ermittelt.
Fazit
Der erste Entavio-Receiver erfüllt alle Erwartungen. Zum einen ist er ein sehr guter Empfänger für Free-TV, der durch Blucom sogar einen Interaktivitätsbonus besitzt. Zum anderen ist er voll Premiere-tauglich und fähig, alle zukünftigen Dienste von Entavio zu empfangen (mit Ausnahme von HDTV). Bedenkt man, was ein Nagravisionsmodul und die Blucom-Fähigkeit als Aufpreis sonst kosten, ist der blaue Fuchs fast ein echtes Schnäppchen. Auf jeden Fall ist er der zukunftssicherste SD-Receiver, der momentan auf dem Markt ist.
Testergebnisse
Humax Blu-Fox CI- Humax
- 150 €
Sat-Receiver
Weitere Details80 Prozent
Fazit:Der allererste Entavio-Receiver weiß als Free-TV-Empfänger wie durch Pay-TV-Zukunftssicherheit voll zu überzeugen.
- Testurteil
- sehr gut
- Preis/Leistung
- sehr gut