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Hintergrund Peter Berg - Der Regiestuhl als Abenteuerspielplatz

Ein einziger Beruf genügt ihm nicht: Peter Berg ist Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Auch als Komponist versuchte sich das Multitalent bereits.
© 2011 Universal Studios / Frank Masi

Für seinen Film "Very Bad Things" (1998) schrieb er den Titel "Walls Come Down". Doch sein Herz hängt weniger an der Musik als vielmehr an effektreichen Action-Blockbustern. "Welcome To The Jungle" (2003), "Operation: Kingdom" (2007) oder "Hancock" (2008) gehen auf das Konto des Regisseurs. Auch in seinem neuesten Streifen, "Battleship" (Start: 12. April), lässt er es wieder ordentlich krachen: Auf offener See muss sich die Navy mit aggressiven Aliens herumschlagen. Im Interview erklärt Berg die Motivation hinter seinem Blockbuster.

"Ich wusste, dass es Leute geben würde, die das für total bescheuert halten und eines Besseren belehrt werden müssen", kommentiert der gebürtige New Yorker die verbalen Angriffe nach Bekanntwerden seines Plans, das Gesellschaftsspiel "Schiffe versenken" auf die Leinwand zu bringen. "Ich hatte von Anfang an Vertrauen in das Projekt. Mein Vater liebte die Navy. Ich wuchs mit Museumsbesuchen auf und weiß sehr viel über Navy-Schiffe", erklärt der 48-Jährige mit vor Begeisterung glühenden Augen seine Leidenschaft für die Kriegsmarine. "Ich war mir sicher, dass ich einen Actionfilm mit kämpfenden Navy-Zerstörern großartig umsetzen könnte!"

An Selbstbewusstsein, das streckenweise leicht übersteigert anmutet, mangelt es dem Vater eines Sohnes wahrlich nicht. Das macht Berg nicht auf Anhieb sympathisch - ebensowenig sein glühend zur Schau gestellter Patriotismus. Dennoch entpuppt sich der Regisseur, der im ausgeleierten, schwarzen T-Shirt und mit ungekämmten Haaren zum Interview erscheint, als angenehmer Gesprächspartner, der ausführlich auf Fragen eingeht und stets Blickkontakt mit seinem Gegenüber hält.

Trotz aller Selbstsicherheit wird man das Gefühl nicht los, dass Berg sein rund 200 Millionen US-Dollar teures Großprojekt selbst kurz vor Kinostart immer noch verteidigen muss. "James Cameron meinte, 'Battleship' sei das Ende aller Originalität. Wenn man sich aber sehr erfolgreiche Filme ansieht - zum Beispiel 'Der Pate', 'Fluch der Karibik' oder 'Harry Potter' - dann basieren sie alle nicht auf eigenen Ideen, sondern auf Büchern. 'Fluch der Karibik' war sogar ein Fahrgeschäft in Disneyland", empört sich der Regisseur, der seine Karriere als Assistent an verschiedenen Filmsets begann.

Der Regiestuhl als Abenteuerspielplatz

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© 2011 Universal Studios / Frank Masi
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Regisseur Peter Berg hat ein ausgemachtes Faible für effektreiches Popcorn-Kino.

Er habe alle Jobs durchlaufen, die man an einem Set nur haben kann, betont er - vom Jungen, der den Kaffee bringt, über den Fahrer bis hin zum Garderoben-Assistenten und schließlich Regisseur. "Daher habe ich Vertrauen in mein Selbstverständnis als Filmemacher. Wenn ich einen derart großen Film drehe, ist es meine Aufgabe, der Boss zu sein, die Vision zu haben und sie zu schützen", erklärt Berg mit Bestimmtheit. Ohne sein Team gehe es dennoch nicht: "Man muss viel delegieren!"

In der Branche genießt der ehrgeizige Mann offenbar einen guten Ruf - zahlreiche Schauspieler, darunter Channing Tatum ("Für immer Liebe"), wollen mit ihm drehen. Berg, der seinen schauspielerischen Durchbruch als Dr. Billy Kronk in der Arztserie "Chicago Hope" (1994-2000) hatte, meint, den Grund dafür zu kennen: "Ich habe viel gespielt und ich weiß, wie furchteinflößend es für Darsteller ist, der Gnade eines Regisseurs ausgeliefert zu sein. Ich respektiere Schauspieler und habe keine Angst davor, mit ihnen zu sprechen oder sie zu berühren. Außerdem habe ich Respekt vor dem, was ein Schauspieler beitragen kann und mag es, zu improvisieren."

Gelegentlich verschlägt es den Wahl-Kalifornier, der nicht nur zu seinen Schauspielern, sondern auch bei seinem Gesprächspartner gelegentlich Körperkontakt sucht, auch noch selbst vor die Kamera - zuletzt in einer Episode der Serie "Californication" (seit 2007). Er genießt diese Momente bis heute. "An der Schauspielerei mag ich, dass ich mich wie ein Kind benehmen kann: Ich muss mir keine Sorgen um das Budget machen und all sowas. Als Regisseur hingegen werde ich jeden Tag mit einem Haufen Probleme konfrontiert, zum Beispiel, dass die Location nicht mehr genehmigt oder ein Crewmitglied krank ist." Die Arbeit am Set gleiche oft der Beaufsichtigung von 20 Kindern, die um einen herumrennen, den ganzen Tag Süßigkeiten essen und um die man sich kümmern müsse. Doch Berg sieht das alles entspannt: "Ich liebe es, Filme zu machen - also ist das ein großer Spaß für mich!"

 
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