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Wer gewinnt? Prognosen zur Oscar-Verleihung

Wecker? Schon gestellt. Popcorn? Liegt mikrowellenfertig bereit. Der Energiedrink zum Wachbleiben? Lagert im Kühlschrank. Der Tippschein für das Oscarwettspiel im Freundeskreis? Längst unter oscar.go.com/mypicks ausgedruckt und ausgefüllt abgegeben. Die To-Do-Liste für Oscar-Enthusiasten wäre damit abgearbeitet: Nun muss nur noch die Wartezeit bis zur ProSieben-Übertragung der Preisverleihung (Sonntag, 26. Februar, 01.30 Uhr, live bei ProSieben) überbrückt werden. Am besten natürlich auf themenverwandten Homepages ...
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Es wird eng für "Pina": Die Oscarologen, wie die Seite www.goldderby.com ihre Experten nennt, räumen der 3D-Dokumentation von Wim Wenders eine Siegeschance von 29 Prozent ein. Das mag nicht viel sein, wenn man etwa mit den Zahlen aus der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" vergleicht - da prophezeien 69 Prozent der befragten Filmkritiker "Nader und Simin - Eine Trennung" den Sieg. Doch in der Kategorie "Beste Dokumentation" vereint der auf Platz eins getippte Beitrag "Paradise Lost 3" lediglich 37 Prozent der Stimmen - ein geringer Vorsprung zu Wenders' "Pina". Ganz auszuschließen ist es also nicht, dass die Schlagzeile auf www.wim-wenders.com , der englischsprachigen Homepage des Regisseurs am Montagmorgen deutscher Zeit "'Pina' wins Oscar" lauten wird.

Knapper noch gestaltet sich das Rennen in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller": 43 Prozent der Oscarologen fühlten sich von Jean Dujardins Darbietung in "The Artist" am meisten angesprochen. Zwei Prozentpunkte dahinter liegt George Clooney, der für "The Descendants" nominiert ist. Soll sich die Homepage www.waehltclooney.de angesichts dieser Prognose vielleicht an die Oscar-Juroren richten? Zwar möchten die Macher der farbenfrohen Seite "Clooney for President", doch einige Argumente ("Er sieht verdammt gut aus") auf ihrem Manifest lassen sicherlich auch die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences nicht kalt. Inspiriert wurde der "Wahlkampf" natürlich von Clooneys Film "The Ides Of March", der immerhin in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" nominiert ist. Falls Dujardin sich also als "Bester Hauptdarsteller" durchsetzt, darf Clooney als Co-Autor immer noch hoffen.

Erstaunlich deutlich fällt das Tipp-Ergebnis bei den Damen aus - Michelle Williams ("My Week With Marilyn") muss sich nach Meinung von 92 Prozent der Blogger und Printjournalisten nicht die Mühe machen, eine Dankesrede zu verfassen. Falls Viola Davis aus "The Help" nicht "Beste Hauptdarstellerin" wird, wie 61 Prozent der Befragten meinen, wäre "Die Eiserne Lady" Meryl Streep mit 22 Prozent der Stimmen die wahrscheinlichere Oscar-Kandidatin. Vielleicht ist es Michelle Williams ein kleiner Trost, dass ihre Fans ihr eine absolut preisverdächtig gestaltete Fanpage gebastelt haben: Der Biografieteil von michelle-williams.org hinkt in Sachen Vollständigkeit zwar hinterher, doch die Optik und der bildlastige Newsfeed der Seite sind ganz großes Kino.

Popcorn und Prozente

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Das Objekt der Begierde: Die ganze Filmwelt blickt auf das Kodak Theatre in Los Angeles, wenn dort einmal mehr der Oscar verliehen wird.

Die Fans von Williams' Co-Star Kenneth Branagh, der den Prognosen nach im Wettstreit um den Preis für den "Besten Nebendarsteller" klar gegen Christopher Plummer verliert, verfolgen unter www.branaghcompendium.com das gegenteilige Prinzip: kaum Bilder, wenig Gossip, dafür umso mehr Links. Ob nun Kinofilm, TV-Produktion oder Theaterstück, die Seite bündelt für "Kenians" sämtliche Artikel über das Schaffen des Briten in Form einer Linksammlung. Der lässt sich auch entnehmen, dass sich Branagh über seine Nominierung für seinen Part in "My Week With Marilyn" so unverbindlich freute, wie es sich für einen bereits viermal vergeblich hoffenden Oscarprofi gehört: "Es war eine seltene Ehre, Sir Laurence Oliver zu spielen", wird er zitiert. "Dafür von der Academy Anerkennung zu erhalten, ist überwältigend. Ich bin sehr aufgeregt."

Doch wenn jemand ein Lied davon singen kann, dass die Oscar-Juroren einen manchmal etwas länger zappeln lassen, dann ist das Martin Scorsese: Acht Nominierungen bedurfte es, bevor er 2007 die Trophäe für die "Beste Regie" ("Departed - Unter Feinden") entgegennehmen durfte. Der war längst überfällig, meinen die Betreiber seiner Fanpage www.scorsesefilms.com und untermauern das in der gut gefüllten "Quotes and Trivia"-Abteilung: Dass 1991 Kevin Costner für "Der mit dem Wolf tanzt" und nicht Scorsese mit "Goodfellas" als bester Regisseur triumphierte, wurde von einem Filmmagazin unter die 50 seltsamsten Momente der Filmgeschichte gewählt. Sollte er dieses Jahr mit "Hugo Cabret" in dieser Kategorie leer ausgehen, wären die Protestschreie wohl nicht ganz so laut: Zumindest sehen nur 15 Prozent der Oscarologen Scorsese vorn.

Doch ob tatsächlich "The Artist"-Regisseur Michel Hazanavicius das Rennen machen wird, wie 65 Prozent glauben, werden die Oscar-Jünger erst in den sehr frühen Morgenstunden des 27. Februars erfahren - sofern der Schlaf sie nicht übermannt hat.

 
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