Interview Stefan Mross - Schwer erleichtert
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teleschau: Täuscht der Eindruck oder haben Sie ein bisschen abgenommen?
Stefan Mross: Ein bisschen ist gut: Vor einem Jahr, nach dem Fasching 2011, hatte ich noch 93 Kilo auf den Rippen - bei 1,80 Metern Körpergröße. Heute wiege ich keine 80 Kilogramm mehr.
teleschau: Kaum zu glauben.
Mross: Ich weiß noch genau, wie ich eines Tages kreidebleich auf der Waage stand. Ich musste unbedingt etwas tun - auch wenn es mir nicht leicht fiel. Ich hasse Joggen, das ist mir zu langweilig. Jetzt mach ich eben täglich Yoga, habe meine Ernährung umgestellt ... "Gesündigt" wird nur noch einmal die Woche. Dann gibt's Pizza und Schokolade - mein "Leck-mich-am-Arsch-Tag".
teleschau: Stefan Mross macht Yoga?
Mross: (lacht) Ja, ja. Ich habe mir auch immer gedacht: Ein Mann, der Yoga macht, ist ... Sie wissen, was ich sagen will. Dabei ist das wahnsinnig anstrengend. Nach 20 Minuten schwitz' ich sauber. Außerdem: keine Kohlenhydrate, wenig Fleisch. Ich fühle mich wirklich sehr viel fitter.
teleschau: Aber ein Weißbier muss ab und zu sein, oder?
Mross: Nein! Im Moment: Nullkommanull. Ehrlich - es ist Fastenzeit. Da trinken Stefanie und ich schon seit sieben Jahren keinen Tropfen. Auch wenn Florian Silbereisen sagt, ich habe eine Meise (lacht).
teleschau: Warum?
Mross: Naja, wir sind zusammen auf Tour - und dann sitze ich mit der Johannisbeerschorle neben ihm in der Hotelbar. Langweilig! Ich versteh' ihn durchaus, wenn er sagt, dass er die Tournee künftig auf den Herbst verschieben will. Aber der hat leicht reden, so ein Krischperl, wie der ist.
teleschau: Das Abnehmen hat also nichts mit der Trennung von Ihrer Frau Stefanie Hertel zu tun?
Mross: Um Gottes willen, nein. Aber es ist ansonsten schon richtig, dass sich in den letzten Monaten einiges geändert hat bei mir.
teleschau: Inwiefern?
Mross: Ich nehme mir bewusst Auszeiten und sage auch mal Anfragen ab. Ich bin auch kein Sammler, sondern ein Freund von Entrümpelungsaktionen. Ich mag es übersichtlich, mache mich dadurch leichter, und nehme dadurch tatsächlich manches auch lockerer. Das räumt einen auf.
teleschau: Sie leben nach wie vor in den Bergen.
Mross: Weil ich es ohne die Berge nicht lange aushalte und ohne meine Familie. Ich spielte natürlich auch schon mal mit dem Gedanken, in die Großstadt zu ziehen - aber immer wieder, wenn ich etwas länger in der Stadt war, habe ich gespürt, dass das nicht meine Welt ist. Nein, es ist schon alles gut so, wie es ist.
teleschau: Hinter Ihnen liegen verrückte Monate: die Trennung von Ihrer Frau, dann standen Sie noch gemeinsam mit ihr auf der Bühne, 2012 die "Frühlingsfest"-Tour mit Florian Silbereisen ...
Mross: Ich sehe es als etwas Besonderes an, dass ich so viel auf der Bühne stehen kann und die Leute unterhalten darf. Die Hallen sind gut ausgelastet, obwohl die Konkurrenz im Schlager-Bereich größer ist denn je.
teleschau: Ziehen Sie aus den Auftritten Kraft?
Mross: Sicher. Die Bühne ist schon gut für ein gesundes Selbstbewusstsein. Man kann nur mit beiden Beinen auf dem Boden auftreten. Außerdem: Sie ist mein Leben, ich brauche das. Es war schon immer so: Wenn ich als Junge mit einer schlechten Note nach Hause kam, ging ich erst mal auf den Dachboden und schloss mich stundenlang mit Musik ein oder spielte Trompete.
teleschau: Machten Sie sich Sorgen, wie die Fans auf Ihre Trennung reagieren würden?
Mross: Vor der Tournee mit Flori hatte ich schon Schiss. Aber gleich die Premiere in Deggendorf lief super, die Leute waren auch bei den Autogrammstunden total nett, keiner kam mir blöd. Ein klasse Gefühl, muss ich schon sagen.
teleschau: Und wie ging es Ihnen vor Weihnachten, bei den Auftritten mit Stefanie?
Mross: Auf der Bühne war es okay. Aber vorher war es schon brutal. Weil einfach viele Leute meinten, sie müssen das kaputtreden - nach dem Motto: "Wie idiotisch kann man sein, jetzt noch eine heile Welt vorzuspielen?"
teleschau: Diese Vermutung lag nahe ...
Mross: Hand aufs Herz: Wir haben nichts gespielt und niemanden belogen, wir verstehen uns wirklich noch immer so gut, wie es auf der Bühne rüberkam. Am Ende war es eine unserer besten Tourneen überhaupt.
teleschau: Sie reden sich da wirklich nichts schön?
Mross: Nein, es war so! Und das hatte seinen Grund: Wir beide knieten uns da richtig rein. Vor dem Tourstart gingen wir regelrecht in Klausur, legten die Yellow-Press auf die Seite und probten bis zum Umfallen - weil wir es diesmal besonders gut machen wollten. Das war eine wichtige Zeit für uns. Sie schmiedete uns auf eine neue Weise zusammen.
teleschau: Sie haben beide neue Partner. Ist das nicht schwierig für Sie?
Mross: Nein, im Gegenteil: Ist doch schön, wenn alle glücklich sind. Wir freuen uns einfach füreinander.
teleschau: Obwohl es von Ihnen nur ein einziges offizielles Statement zur Trennung gab, lebten die Klatschspalten wochenlang von dem Thema. Hat Sie die heftige Medienreaktion überrascht?
Mross: Darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht. Lange konnte ich nicht kapieren, wieso man so mit uns umgeht. Aber es hat wahrscheinlich mit unserer Geschichte zu tun. Da hätten wir schon einiges anders machen können.
teleschau: Nämlich?
Mross: Als es vor 17, 18 Jahren anfing mit uns als Teenagerstars, waren wir einfach viel zu unbedarft. Wir gaben private Dinge preis und dachten uns nichts dabei. Dann wurden wir zum "Traumpaar der Volksmusik" gestempelt und wieder machten wir einfach mit. Nach und nach hat sich das komplett verselbstständigt: Über uns wurde vermehrt ohne jedes eigene Zutun irgendwas geschrieben - und teilweise auch ohne Respekt. Und am Ende ist das Ganze halt explodiert. Auf jeden Fall haben wir uns vorgenommen, aus der Vergangenheit zu lernen. Schlimm finde ich, dass ich so misstrauisch geworden bin. Das stört mich - ich halte mich grundsätzlich für einen sehr offenen Menschen.
teleschau: "Ohne Respekt" - was meinen Sie?
Mross: Wir sind doch Menschen und keine Ware!
teleschau: Dachten Sie daran, aufzuhören?
Mross: Nein, das überhaupt nicht. Die Lust an der Musik ist immer geblieben. Aber ich habe mich von diesen Berichten so auf die Palme bringen lassen, dass ich echt zurückgehalten werden musste. Jetzt blicke ich nach vorne. Das Leben geht weiter, und wir müssen einen neuen Weg finden, mit den Medien umzugehen.
teleschau: Wie soll der aussehen?
Mross: Das entscheidende Wort dabei ist Respekt. Ohne Respekt kein Vertrauen. Und natürlich werde ich künftig darauf achten, mein Privatleben privat sein zu lassen. Meine neue Beziehung ist tabu.
teleschau: Und wie steht es um den Kontakt zu Stefanie?
Mross: Stefanie und mir geht es gut, und wir verstehen uns toll. Ehrensache, dass ich sie auch im "Let's Dance"-Training besuchte - wirklich ein Wahnsinn, was sie da leistet. Aber sie ist ja stark, ich glaube, dass sie weit kommen wird. Bei der ersten Live-Show konnte ich leider nicht dabei sein, dafür habe ich mit unserer Tochter gemeinsam ganz fest die Daumen gedrückt. Ich wurde übrigens auch schon mal für "Let's Dance" angefragt.
teleschau: Und?
Mross: Ich habe ohne Wenn und Aber abgesagt. Zum Tanzen bin ich viel zu tapsig. Aber mal gucken, wie das jetzt bei Stefanie läuft. Vielleicht packt's mich ja noch irgendwann (lacht).
teleschau: Sie sehen sich also häufig?
Mross: Klar, schließlich haben wir ja unsere gemeinsame Tochter. Aber sicher, die Zeit ist knapper, wenn ich auf Tour bin. Und im Mai geht's ja schon mit "Immer wieder sonntags" weiter.
teleschau: Das Tourneeleben kann sicher eine an die Substanz gehende Mühle sein ...
Mross: Das schon. Gerade haben wir Tour- Pause - da falle ich aus dem geregelten Touralltag kommend regelrecht in ein Organisations-Loch. Der Tag war bisher perfekt durchgeplant, jetzt bin wieder ich gefragt. Oder auch wenn im Spätsommer "Immer wieder sonntags" vorbei ist - dann schaue ich mir, wie jedes Jahr, die "Best Of"-Sendung an, als wäre ich im falschen Film. Das ist wie durch eine Nebelwand zurück zu gucken, als hätte das Ganze nichts mit mir zu tun. Weil ich nach vier Monaten konzentrierter Produktions-Arbeit wirklich durch bin. Der Reiz, durchaus auch an meine Grenzen zu gehen, liegt für mich darin, immer wieder etwas Neues zu machen - auch für das Publikum. Demnächst werde ich ein Dreistundenprogramm mit eigener Band auf die Beine stellen. Die Leute sollen danach rausgehen und sagen: "Wow, das hätten wir dem Mross nicht zugetraut!"
teleschau: Was motiviert Sie immer wieder neu?
Mross: Schwer zu sagen. Ich bin, wie wahrscheinlich alle Künstler, sehr sensibel und habe einen leichten Vogel (lacht). Es ist ja auch nicht so, dass ich nur arbeite - ich kann auch anders. Ich kann auch mal alles stehenlassen und auf die Skipiste gehen, dann können mich alle mal gern haben.