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Testbericht Arcam AV888 1.4a / P777 im Test

Arcam hat seine Vorstufe AV888 um 3D-Funktionen erweitert. Wie die neue Version mit der Endstufe P777 zusammenspielt, zeigt der Test.
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© Hersteller/Archiv

Arcam AV888
Gesamtwertung: sehr gut 86 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +ein sehr homogener, feiner Klang mit erbarmungslosem Kick im Bass
  • -Skalierung nur bis 1080p
  • -Menüaufruf erzeugt leise Tonstörungen

Arcams Vorstufe AV888 ist ein echter Klassiker für Heimelektronik-Verhältnisse. Sie absolvierte in einer anderen Ausbaustufe bereits einen Test, wo sie gerade klanglich sehr überzeugen konnte. Doch damals war 3D-Bildwiedergabe noch kein Thema. Heute schon. Daher ließ der britische Hersteller mit dem audiophilen Anspruch seinem 2009 vorgestellten Dauerbrenner eine Modellpflege angedeihen, die der AV888 den Zusatz 1.4a einbrachte.

Aufbau

Jetzt kann die Steuerzentrale mit ihren fünf rückseitigen HDMI-Eingängen auch dreidimensionale Videos durchschleifen und ihrer angestammten Rolle auch im heutigen Heimkino gerecht werden, solange man das Quellenmaterial nicht verändern will.

Ihre DSP-gestützte Bildverarbeitung kann Analog-Video auf maximal 1080p hochskalieren. Dazu sind zwar mittlerweile die meisten Mittelklasse-Receiver in der Lage. Doch immerhin bietet Arcam individuell einstellbare Bildverbesserungen, etwa gegen Moskito-Störungen, jene Kompressions- Artefakte, die an den Kanten von Objekten entstehen, oder Rauschen. Die AV888 1.4a ermöglicht zudem individuelle Bildeinstellungen, was Kontrast oder Farbe betrifft.

Vorstufe Arcam AV888 (6.500 Euro), Endstufe Arcam P777 (5.000 Euro).

Die Arcam-Vorstufe ist allerdings überwiegend klanglich geprägt. Schon die Vorgängerin spielte klanglich ganz vorne mit. Doch der Hersteller legt es nicht darauf an, den britischen Roadster klassischer Prägung zu schaffen, dem man wegen des Spaßfaktors seine Eigenheiten nachsieht. Sogar Webradio gehört zum Ausstattungsumfang. Und die symmetrischen XLR-Ein- und -Ausgänge bekommt man gar nicht an einem gewöhnlichen Receiver.

Arcam P777
Gesamtwertung: sehr gut 86 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +stark
  • +laststabil
  • +kraftvoll im Klang mit perfekter Kontrolle im Bass
  • -nicht mit Standard-Netzkabeln zu betreiben

Gemeinsam mit der ebenfalls für XLR-Verkabelung geeigneten Sieben-Kanal-Endstufe P777 zeigt sich das gefällige, bis auf die Mini-Knöpfe der Vorstufe auch sehr solide aufgebaute Doppel selbst widerspenstigen Lautsprechern gewachsen. Die Leistungsabgabe und Stabilität des Amps ist gewaltig und die Kontrolle über die Membranen so mächtig wie die britische Dominanz der Meere unter Admiral Nelson.

Hörtest

Im Hörtest entfachten die beiden Flaggschiffe ein Feuerwerk voller Dynamik und Präzision. Man muss nicht mit Superlativen sparen, wenn man den Realismus und die Intensität der Wiedergabe – unabhängig von der Zahl der eingesetzten Kanäle – beschreiben will. Die Bühne wirkte deutlich größer und stabiler als bei AV-Receivern, selbst bei der Stereo-Wiedergabe drängte sich der Eindruck auf, der Center-Kanal sei ebenso beteiligt wie die Surround-Kanäle.

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Bei guten Live-Aufnahmen wähnte man sich im Publikum, umgeben von Applaus und Pfiffen. Zum Vergleich: Bei den meisten Receivern klingt das eher wie brutzelndes Fett in der Pfanne und flach. Und die Bass Drums, die man sonst geboten bekommt, wie Spielzeug.

Ein Quer-Check mit den anderen Testkandidaten offenbarte, dass die Vorstufe und der Endverstärker den gleichen Anteil an diesem hervorragenden Klangergebnis tragen. Man kann sagen, je mehr Arcam in die Kette kommt, desto lockerer und luftiger wird der Klang.

 
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