Es war ein großer Coup: Joaquin Phoenix teilte vor mehr als drei Jahren mit, dass er nicht mehr als Schauspieler arbeiten wolle. In der Folge versuchte sich der fabelhafte Hauptdarsteller des Johnny-Cash-Biopics "Walk The Line" (2005) als Rapper - optisch verwildert, geistig wirr. Was in dieser Zeit passierte, zeigt die Pseudo-Doku "I'm Still Here" (2011, Regie: Casey Affleck) nun auf DVD und Blu-ray Disc. In die deutschen Kinos hatte die Mockumentary nur 5.600 Zuschauer gelockt: weil die Filmemacher zuvor verraten hatten, dass alles nur ausgedacht war.
"Ich will nicht mehr diesen Joaquin Phoenix spielen", erklärte der Schauspieler 2008. Die Details seiner Kehrtwende werden in "I'm Still Here" gezeigt.
Am Ende seiner Kraft. Phoenix reibt sich auf mit seiner Idee, in die Musikbranche einzusteigen. Man könnte mit ihm Mitleid haben, wäre nicht alles nur inszeniert.
Aus Schauspieler mach Rapper. Joaquin Phoenix hängte seine Karriere an den Nagel, um zu rappen. Angeblich. Mittlerweile ist er schon wieder im Geschäft.
Joaquin Phoenix verstörte zwei Jahre lang mit seltsamen Auftritten.
Obgleich es nicht logisch ist, dass ihn eine Kamera begleitete: "I'm Still Here" ist kein intimes Porträt. Es ist alles nur gespielt. Einmal mehr investierte der eigenwillige Outlaw Phoenix viel, gab eine Menge für seinen Beruf: Vor P. Diddy gekniet, Agenten angeschrieben, einen berühmt gewordenen Auftritt bei "Letterman" vergeigt. Er machte, was ein größenwahnsinniger Schauspieler tun muss - für ein als Doku getarntes Gruselmärchen.
Das sieht auf DVD und Blu-ray Disc recht ordentlich aus: Schärfe und Kontrast sind für eine Doku völlig in Ordnung, wenngleich natürlich keine Hochglanzbilder erwartet werden dürfen. Auch der Sound überzeugt auf beiden Discs und gibt die Dialoge unter relativer Vernachlässigung der Surroundkanäle klar und deutlich wieder. Als Bonus bringen DVD und BD zwei unterhaltsame Audiokommentare, ein Interview mit Joaquin Phoenix sowie interessante Gesprächsmitschnitte (nur Audio) mit.