Testbericht Kino-Kritik: Battleship
Dass mit wenig Inhalt und viel Geld im Rücken beeindruckendes Kino möglich ist, bewiesen bereits die "Transformers"-Filme. Wie im Fall von "Battleship", das auf dem Gesellschaftsspiel "Schiffe versenken" basiert, wurde rund um ein bekanntes Spielzeug ein Leinwandepos gestrickt. Da ist es vermutlich kein Zufall, dass "Transformers"-Produzent Brian Goldner auch bei der Seeschlacht seine Finger mit im Spiel hat.
Eigentlich sollte es nur ein internationales Flottenmanöver sein, doch aus dem groß angelegten, in beeindruckender Weitwinkel-Perspektive abgefilmten Spiel wird schnell Ernst: Auf dem Meeresgrund lauern feindliche Aliens, die durch die Kriegs-Simulation aufgescheucht werden. Peter Berg lebt in "Battleship" seine Faszination für die Navy, das Militär im Allgemeinen und Waffen im Speziellen wie ein Kind auf dem Abenteuerspielplatz aus: Die Kamera fängt die Schiffe beinahe ehrfurchtsvoll ein, Nahaufnahmen zeigen für Marine-Fans interessante Details.
Der Rest erfreut sich einfach an der episch-bombastischen Schlacht, die losbricht, als die Aliens ihre Angriffslust demonstrieren. Aus organisch wirkenden Raumschiffen, die an Insekten erinnern und bis ins kleinste Detail am Computer ausgearbeitet wurden, schießen sie auf alles, was sich auf dem Wasser und zu Lande bewegt. Nun sind die Fähigkeiten des unkonventionell-chaotischen Marine-Offiziers Alex Hopper (glaubwürdig: Taylor Kitsch) gefragt: Er findet sich plötzlich in der Position des Weltretters wieder und legt sich von seinem Kriegsschiff aus mit den Außerirdischen an.
Eine knallharte, sympathische Crew, darunter sein Bruder Stone (Alexander Skarsgård) und die Waffenexpertin Raikes (Sängerin Rihanna in ihrem überzeugenden Kinodebüt), steht ihm mit Tatkraft und derbem bis herrlich bissigem Humor zur Seite. Als wäre der Kampf um die Erde nicht bereits anstrengend genug, sitzt Hopper auch noch Admiral Shane (Liam Neeson) im Nacken: Weil er seiner Tochter Samantha (Brooklyn Decker) den Hof macht, hat Shane den Hitzkopf auf dem Kieker.
In der millionenschweren Materialschlacht wird weder mit Action noch mit Spezialeffekten gegeizt. Skurrile Sidekicks wie ein panischer Astro-Wissenschaftler und hilflose NASA-Mitarbeiter lockern den gelegentlich allzu penetrant vermittelten Lobgesang auf die US-Army und ihre Veteranen angenehm auf. "Battleship" ist weder besonders anspruchsvoll, noch bietet der Film überraschende Wendungen - aber er macht mordsmäßig Spaß. "Schiffe versenken" braucht schließlich auch nicht mehr als ein paar Steck-Pins und Gitternetze, um bestens zu unterhalten.
| Filminfo | |
|---|---|
| Filmbewertung | überzeugend |
| Filmname | Battleship |
| Originaltitel | Battleship |
| Starttermin | 12.04.2012 |
| Regisseur | Peter Berg |
| Genre | Action |
| Schauspieler | Taylor Kitsch |
| Schauspieler | Alexander Skarsgård |
| Schauspieler | Liam Neeson |
| Entstehungszeitraum | 2012 |
| Land | USA |
| Freigabealter | 12 |
| Verleih | Universal |
| Laufzeit | 131 Min. |