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Vergleichstest Zwei Surround-Sub-/Sat-Sets im Duell

Zwei todschicke 5.1-Surround-Systeme wollen beweisen, dass sie auch musikalische Talente besitzen. Wir baten B&W und Elipson zur Casting-Show in den Hörraum. Ist ein Set vielleicht ein Superstar?

Elipson Planet M / Sub
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© Hersteller

B&W MT-50
Gesamtwertung: gut 67 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +exzellente Auflösung und Räumlichkeit
  • +satter Bass
  • +höchste Flexibilität
  • -eingeschränkte Kabelwahl

Stellen Sie sich vor, es fragt Sie jemand nach einem 5.1-Surround-System. Jemand, der weder vorhat, seinen Sparvertrag vorzeitig aufzulösen noch seine Ehe. Ihre spontane Antwort: "Mit dem MT-50 bietet Bowers & Wilkins eines der schönsten, dezentesten und vielseitigsten Sub-/Sat-Systeme auf diesem Planeten an."

Dabei fällt Ihnen ein, dass es sogar noch spaßiger geht: "Hinter den sieben Weinbergen gibt es seit 1938 das französische Unternehmen Elipson, dessen Kombination aus Planet M und Planet Sub noch tausendmal ausgefallener wirkt."

Wir bestellten die "kleinen Engländerinnen" und "Französinnen" zum Casting-Termin in die Redaktion. Dort bekamen sie die Chance, der Welt zu beweisen, dass sie nicht nur bildschön, sondern auch sehr musikalisch sind.

B&W M1: Aufbau

Beide Systeme punkteten bereits beim Auspacken. Die jeweiligen Satelliten sind sehr solide ausgeführt: Die B&W M1 bestehen aus hochwertigen Materialien und haben einen Metallsockel mit Kugelgelenk. Die Kabel werden versteckt durch kleine Öffnungen in den Fuß geführt und dort von Metallklemmen gehalten. Der Nachteil: Die Lösung erlaubt weder dicke Kabel noch Bananenstecker. Dafür findet sich in der unteren Abdeckung jedes Sockels ein Inbusschlüssel zum Abnehmen oder Umdrehen der Halterung.

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Kaum zu glauben: Die B&W-Entwickler haben den Minis nicht nur den legendären Nautilus-Hochtöner spendiert, der auf seiner Rückseite ins Röhrchen pustet, um Beeinträchtigungen der Klangtauglichkeit zu eliminieren. Der Tiefmitteltöner ist State of the Art: mit einem riesigen, starken Antriebsmagnet, einer Glasfaser-Membran mit hoher innerer Dämpfung und einem Antiresonanz-Plug gegen das Aufbrechen durch unkontrollierte Partialschwingungen bei hohen Frequenzen.

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B&W MT-50 / ASW608, 1.575 Euro

Elipson Planet M: Aufbau

Wer die in kleine Säcke gehüllte, aus Fiberglas mit Metallgrill gefertigten Planet M aus ihren Kartons holt, glaubt nicht, einen Lautsprecher in der Hand zu halten. Mit der hochglänzenden Oberfläche wirken die Zwei-Wege-Boxen wie überdimensionale Billard- Kugeln. Man ist versucht, damit irgendeinen Unsinn anzustellen.

Elipson Planet M / Sub
Gesamtwertung: gut 67 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +homogener Klang
  • +perfekte Ortung
  • +diverse schicke Stative erhältlich
  • -stellt hohe Anforderungen an den Subwoofer

Man ist auch versucht, der Design-Optik Selbstzweck zu unterstellen. Damit begibt man sich aber schnell auf den Holzweg. Zur Aufklärung: Akustisch gesehen, spricht alles für ein kugelförmiges Lautsprechergehäuse. Warum diese rare Spezies sich auffallend oft in Frankreich findet, ist eine andere Frage.

Auch der in Brest ansässige Hersteller Cabasse versah seine Koaxial-Lautsprecher bereits des Öfteren mit der Form einer Kugel. Das ist konsequent, weil diese Bauform perfekte Immunität gegen stehende Gehäusewellen bietet und die Abstrahlung nicht durch Kantenbrechungen der Schallwand behindert.

Zudem erweist sich diese Form als ideal in Verbindung mit Koaxial-Lautsprechern. Genau die setzt Elipson in der Planet M ein, und zwar in Zwei-Wege-Bauweise mit 10 cm durchmessendem Mittelton-Papierkonus und einer 2-cm-Gewebekalotte. In Verbindung mit dem runden Gehäuse mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern ergibt sich so die fast perfekte Punktschallquelle.

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So schrullig die in den 70er-Jahren etwa auch von Grundig favorisierte in den Raum zu integrierende Form auch wirken mag, so ernsthaft und professionell gelang den Franzosen die technische Umsetzung. Das beginnt schon beim Anschließen. Die soliden Metallklemmen nehmen zuverlässig dicke Kabel mit Bananenstecker ebenso wie dünne Strippen auf.

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Elipson Planet M / Sub, 1.800 Euro / bei Amazon kaufen

Subwoofer: Aufbau

So sammeln die Satelliten schon vor dem ersten Laut Pluspunkte. Ihr aktiver Woofer will dem nicht nachstehen und verkleidet sich als Drum mit Hochglanz-Oberfläche, die es in Schwarz, Weiß und Rot gibt. Sein 20-cm-Tieftöner strahlt nach unten ab, die Bassreflex-Öffnung sitzt auf der schmalen "Rückseite", wo sich auch die Anschlüsse für Vorverstärker- und Lautsprecher-Ausgänge sowie diverse Knöpfe und Schalter befinden.

Der elf Kilogramm schwere und knapp 40 Zentimeter hohe Sub hat also nicht ganz 360-Grad-Design. Dafür kann der Benutzer bequem die Übergangsfrequenz des Tiefpassfilters zwischen 50 und 200 Hz verschieben.

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Während der Planet Sub als Design- Objekt ein Hingucker ist, ist der Woofer von Bowers & Wilkins eher Mittel zum Zweck. Sein Design bezieht seinen kargen Charme aus seinem quadratischen Seitenverhältnis und dem geschwungenen Grill. Wie sein Gegenspieler offeriert er neben diversen Einstellmöglichkeiten eine Phasen-Umschaltung sowie Lautsprecher-Eingänge für den Fall, dass dem Amp ein Subwoofer-Ausgang fehlt.

Hörtest

Das französische Ensemble nagelte die Phantomschallquellen nahtlos aneinander. Wenn sich ein Protagonist auf der Leinwand bewegte, dann folgte ihm seine Stimme wie ein Schatten. Man fühlte sich hineingezogen ins Geschehen mit besonderer, ungebremster Intensität und großer Natürlichkeit. Ob Film oder Musik auf dem Programm stand, spielte dabei keine Rolle.

Als Übergangsfrequenz empfahlen sich 120 Hz – vor allem, wenn es auf Abbildung oder Natürlichkeit ankam. Bei 150 Hz zerfiel das Klavier ganz leicht in einen diffusen Mix aus Saiten und Korpus, weil der Woofer sich in diesen Regionen schwertat. Rock und Pop profitierten bei der höheren Übernahmefrequenz jedoch von einer lockeren Spielweise.

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Das britische Team wirkte mit 120 Hertz Übergangsfrequenz quietschfidel. Überhaupt überraschten die Spielfreude und die Auflösung des B&W-Sets. Zwar verbarg sich hinter der immensen Spritzigkeit und Transparenz ein gutes Stück Übertreibung, doch das ließ sich wegen der extremen Präzision und Sauberkeit leicht verzeihen.

Dafür erzeugten die M1 bereits in Stereo einen riesigen und authentisch wirkenden Raum, um dann die Zuhörer bei Surround endgültig in eine andere räumliche Dimension zu beamen. Da konnten die Franzosen nicht ganz mithalten, in den unteren Oktaven dagegen schon.

Das Duell der Woofer verwandelte ein Waterloo in einen Triumph. Zwar wirkte der Elipson-Bass nicht staubtrocken, doch bot der Zylinder mehr Präzision, Differenzierung und Tiefgang als der britische Würfel.

Fazit

Frankreich entscheidet das Stechen der Schönen knapp für sich. Doch mit besserer Bassbegleitung taugt das britische Quintett zu Weltstar-Kult.

Standpunkt

Beide Sets haben mich regelrecht begeistert. Um diesen Level zu toppen, muss man tief in die Tasche greifen und das Zimmer mit Technik vollstellen. Die Minis laufen hingegen auch mit einfachen Amps zur Hochform auf und überzeugen gerade in puncto räumliche Abbildung.

Hersteller B&W Elipson
Modell MT-50 / ASW608 Planet M / Planet Sub
Preis in Euro 1575 1800
Internet: www. bowers-wilkins.de connectaudio.de
Testergebnisse Surround
Klangqualität max. 900 Punkte gut 68% 610 gut 68% 616
Natürlichkeit (100) gut 67 gut 68
Auflösungsvermögen (100) gut 69 gut 67
Sprachverständlichkeit (100) gut 66 gut 67
Räumliche Abbildung (100) gut 67 gut 69
Spielfreude (100) gut 68 gut 68
Basspräzision (100) gut gut 66 gut 69
Tiefgang (100) gut gut 72 gut 70
Pegelfestigkeit (100) gut 67 gut 69
Set-Harmonie (100) gut 68 gut 69
Ausstattung max. 80 Punkte gut 60% 48 befriedigend 59% 47
Verarbeitung max. 240 Punkte gut 65% 157 gut 67% 160
Anmutung (120) gut 83 gut 85
Material (120) gut 74 gut 75
Testurteil max. 1220 Punkte gut 67% 815 gut 67% 823
Preis/ Leistung sehr gut sehr gut
Testergebnisse Stereo
Modell MT-50 / ASW608 Planet M / Planet Sub
Preis 900 1050
Klangqualität max. 700 Punkte gut 61% 426 gut 61% 424
Natürlichkeit (100) gut 60 befriedigend 59
Auflösungsvermögen (100) gut 63 gut 61
Räumliche Abbildung (100) gut 64 gut 62
Spielfreude (100) befriedigend 58 befriedigend 58
Basspräzision (100) gut 67 gut 69
Tiefgang (100) gut 61 gut 60
Pegelfestigkeit (100) befriedigend 53 befriedigend 55
Ausstattung max. 70 Punkte gut 69% 48 gut 67% 47
Verarbeitung max. 240 Punkte gut 65% 157 gut 67% 160
Anmutung (120) gut 83 gut 85
Material (120) gut 74 gut 75
Testurteil max. 1010 Punkte gut 62% 631 gut 62% 631
Preis/ Leistung sehr gut sehr gut
Daten & Fakten
Front (B x H x T) / Gewicht 11,5 x 25 x 16 cm / 2,3 kg 15 x 15 x 15 cm / 1,8 kg
Center (B x H x T) / Gewicht 11,5 x 25 x 16 cm / 2,3 kg 15 x 15 x 15 cm / 1,8 kg
Rear (B x H x T) / Gewicht 11,5 x 25 x 16 cm / 2,3 kg 15 x 15 x 15 cm / 1,8 kg
Subwoofer (B x H x T) / Gewicht 26 x 26 x 33 cm / 8,9 kg 31,5 x 39,5 x 31,5 cm / 11 kg
Oberflächen Mattlack Hochglanzlack
Farben Schwarz, Weiß Schwarz, Weiß, Rot
Besonderheiten Standfuß mit Kugelgelenk Koaxial-Zwei-Wege-System
Technik Front // Center // Rear
Bauart Sub-/Sat-Set Sub-/Sat-Set
Anzahl Wege 2 / 2 / 2 2 / 2 / 2
Magnetisch geschirmt
Besonderheiten
Technik Subwoofer
Arbeitsprinzip geschlossen Bassreflex, Downfiring
Phase variabel / schaltbar – / • – / •
Hochpegeleingang / -ausgang • / – • / –
Raumanpassung
Fernbedienung Sub
Messwerte
Maximalpegel Front / Center / Rear / Sub 96,5 / 96,5 / 96,5 / 93 dB 97 / 97 / 97 / 102 dB
Impedanz Front (min. / Durchschnitt) 3,4 / 4 Ohm 3,5 / 4 Ohm
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