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Vergleichstest Vier 5.1-Surround-Sets im Test

Sie haben eine Gewinnausschüttung bekommen und möchten Ihr Geld gut anlegen? Ihr Anlageberater rät zu einem der vier hier getesteten High-End-Surround-Sets.

Canton Vento-Set, lautsprecher, surround
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© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Archiv

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Wer in Krisen- und Inflationszeiten Geld übrig hat, sollte es in bleibende Werte investieren, bevor das Ersparte auf dem Bankkonto immer weniger wert wird. Neben einem Haus, einem Oldtimer und einer hochwertigen Uhr kommt auch ein Edel-Surround-Set infrage. Das Gute dabei: Man hat auch etwas davon und kann sich täglich daran erfreuen.

Mit 5.1-Sets der Preisklasse um 6.000 bis 7.000 Euro bekommt man vielleicht den höchsten Gegenwert. Soll heißen: Die Klangqualität der vier getesteten Sets liegt auf sehr hohem Niveau. Gibt man etwa das Doppelte aus, bekommt man sicherlich nicht das Doppelte an Klang.

Vier Surround-Lautsprecher-Sets im Test

Die Preis-Leistungs-Funktion ist eben nicht linear, sondern eher exponenziell. Um die letzten 10 bis 20 Prozent an Klanggewinn zu bekommen, muss man nicht selten das Dreifache hinlegen.

Schnäppchen ab 6.000 Euro

So gesehen, machen Sie ein Schnäppchen, wenn Sie mit 6.000 bis 7.000 Euro einsteigen. Aus dieser Preisklasse haben wir uns vier Sets von renommierten Herstellern in unseren Hörraum geholt. Mit dabei sind B&W mit einem Set der CM-Serie, Canton mit Vento-Vertretern, Dynaudio mit Excite-Schallwandlern und Nubert mit seiner Top-Linie nuVero.

Alle besitzen Standboxen im Frontbereich sowie mehr oder weniger große Center. Im Rückraum kommen Lautsprecher im Regalboxenformat zum Einsatz, die vielen Stereohörern für ihre kleine und feine Anlage schon reichen würden. Wir haben uns für Direktstrahler entschieden, da sie auch für reine mehrkanalige Musikdarbietungen bestens taugen. Man darf auch passende Dipole nehmen, wenn es ausschließlich um die Heimkino-Beschallung geht.

Für den .1-Kanal kommen durchweg beachtliche Bassisten zum Einsatz. Von Nuberts Basssäule mit zwei 18er-Chassis und digitalem Equalizer über B&Ws Würfel mit 25er-Membran bis zu Cantons und Dynaudios Subwoofer mit 30er-Bass-Chassis ist alles vertreten, was das Heimkino auch in den untersten drei Oktaven auf höchstes Niveau bringt.

Fünf Micro-Subwoofer im Test

Apropos Bass: Alle Center sowie Rear-Boxen des Testfelds verfügen über ausreichend Bass-Reserven, die es erlauben, die Schallwandler im Large-Modus zu betreiben. Das bringt noch einmal mehr Dynamikpotenzial im Oberbass und vor allem eine bessere Gleichverteilung der tiefen Töne im Raum. Mithin steigt die Bassqualität unabhängig von den ResonanzEigenschaften des Hörraums. Die unteren Oktaven klingen so souveräner und besser differenziert.

Klangqualität

Man kann es nicht oft genug betonen: Die Bassqualität im Hörraum wird entscheidend von dessen Unzulänglichkeiten geprägt. Sicherlich kann man mannshohe Absorber und dergleichen installieren, um die nervigen Raummoden im Zaum zu halten, doch wer möchte schon seinen Hörraum verunstalten?

Zum Verständnis: Schall wird an Wänden reflektiert und überlagert sich dann je nach Frequenz und Phase derart, dass sich der Schall an verschiedenen Punkten im Raum auslöscht oder als Resonanz aufschaukelt. Und das macht den Bass unausgeglichen und im schlechtesten Fall unerträglich dröhnend. Was wäre also, wenn es keine Begrenzungsflächen gäbe?

Das sogenannte Double Bass Array (DBA) lässt die Wände verschwinden. Das ist kein Zaubertrick, sondern schlichte Physik. Man muss den Schall nur, sobald er eine Wand erreicht, "absaugen": mit einer zweiten Schallquelle, die sowohl gegenphasig zur Anregung ist als auch um die Laufzeit zeitversetzt agiert. Das Ergebnis: Die Berg- und Talfahrt um nicht selten 10 bis 20 dB in der Übertragungsfunktion im Raum wird zur geraden Überlandfahrt.

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Dafür braucht man allerdings mindestens vier Subwoofer: Zwei werden vorne direkt vor die Wand platziert und zwei gegenüber an der Rückwand. Somit kann man immerhin die Längs- und Quer-Raummoden eliminieren. Wollte man den Bass auch in der Raumhöhe weitestgehend ausgewogen gestalten, müssten mindestens acht Subwoofer im Einsatz sein – für den normalen Hi-Fi- und Heimkinofan undenkbar.

Der Nubert AW-1300 DSP etwa kann dank eingebauter digitaler Signalverarbeitung und entsprechender Ausgänge mehrere Subwoofer derart miteinander koppeln, dass am Hörplatz ein fein differenzierter Bass zu hören ist.

Fazit

Die Botschaft aus diesem Test: Ist man bereit, 6.000 bis 7.000 Euro in ein Surround-Set zu investieren, dann macht man mit keinem der vier Kandidaten etwas verkehrt. Das Feld lag derart dicht beieinander, dass es schwierig war, überhaupt Unterschiede zu hören, geschweige denn einen Testsieger zu küren.

Verstehen Sie daher die Empfehlung lediglich als Tendenz: Greifen Sie zu Dynaudio oder B&W, wenn Musik im Vordergrund steht, und zu Nubert und vor allen Dingen Canton, wenn Sie Allround-Sets suchen. Sie werden in jedem Fall von Ihrer Wertanlage jeden Tag aufs Neue begeistert sein.

Tabellen mit Messdaten und Ergebnissen

Testergebnisse Surround
Klangqualität max. 900 Punkte sehr gut 83% 747 sehr gut 85% 764 sehr gut 84% 759 sehr gut 83% 750
Natürlichkeit (100) sehr gut 75 sehr gut 83 sehr gut 82 sehr gut 80
Auflösungsvermögen (100) sehr gut 79 sehr gut 83 sehr gut 82 sehr gut 82
Sprachverständlichkeit (100) sehr gut 82 sehr gut 83 sehr gut 82 sehr gut 80
Räumliche Abbildung (100) sehr gut 86 sehr gut 85 sehr gut 87 sehr gut 83
Spielfreude (100) sehr gut 87 sehr gut 87 sehr gut 87 sehr gut 84
Basspräzision (100) sehr gut 80 sehr gut 83 sehr gut 82 sehr gut 88
Tiefgang (100) sehr gut 89 sehr gut 87 sehr gut 88 sehr gut 87
Pegelfestigkeit (100) sehr gut 82 sehr gut 87 sehr gut 83 sehr gut 82
Set-Harmonie (100) sehr gut 87 sehr gut 86 sehr gut 86 sehr gut 84
Ausstattung max. 80 Punkte gut 73% 58 sehr gut 78% 62 gut 70% 56 sehr gut 81% 65
Verarbeitung max. 240 Punkte sehr gut 79% 190 sehr gut 81% 195 sehr gut 81% 195 sehr gut 79% 190
Anmutung (120) sehr gut 100 sehr gut 100 sehr gut 100 sehr gut 100
Material (120) sehr gut 90 sehr gut 95 sehr gut 95 sehr gut 90
Testurteil max. 1220 Punkte sehr gut 82% 995 sehr gut 84% 1021 sehr gut 83% 1010 sehr gut 82% 1005
Preis / Leistung sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut
Testergebnisse Stereo
Hersteller B&W Canton Dynaudio Nubert
Modell CM9 Vento 880.2 DC Excite X36 nuVero 10
Preis in Euro 2500 2400 2600 2450
Klangqualität max. 700 Punkte sehr gut 84% 585 sehr gut 83% 584 sehr gut 84% 586 sehr gut 83% 580
Natürlichkeit (100) sehr gut 80 sehr gut 83 sehr gut 83 sehr gut 82
Auflösungsvermögen (100) sehr gut 82 sehr gut 83 sehr gut 82 sehr gut 83
Räumliche Abbildung (100) sehr gut 86 sehr gut 85 sehr gut 86 sehr gut 84
Spielfreude (100) sehr gut 87 sehr gut 86 sehr gut 87 sehr gut 85
Basspräzision (100) sehr gut 81 sehr gut 81 sehr gut 81 sehr gut 80
Tiefgang (100) sehr gut 86 sehr gut 85 sehr gut 85 sehr gut 86
Pegelfestigkeit (100) sehr gut 83 sehr gut 81 sehr gut 82 sehr gut 80
Ausstattung max. 70 Punkte gut 64% 45 gut 64% 45 gut 61% 43 gut 71% 50
Verarbeitung max. 240 Punkte sehr gut 79% 190 sehr gut 81% 195 sehr gut 81% 195 sehr gut 79% 190
Anmutung (120) sehr gut 100 sehr gut 100 sehr gut 100 sehr gut 100
Material (120) sehr gut 90 sehr gut 95 sehr gut 95 sehr gut 90
Testurteil max. 1010 Punkte sehr gut 81% 820 sehr gut 82% 824 sehr gut 82% 824 sehr gut 81% 820
Preis / Leistung sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut
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