Menü

Vergleichstest Vier Surround-Lautsprecher-Sets im Test

Es gibt viele Möglichkeiten, ein elektrisches Musiksignal in Schall zu wandeln. Wir haben deshalb vier Surround-Lautsprecher-Sets getestet, die alle unterschiedliche Schallwandler-Konzepte aufweisen.
Vier Surround-Lautsprecher-Sets im Test © Hersteller
Vier Surround-Lautsprecher-Sets im Test

Um Lautsprecher zu bauen oder sogar eine Profession daraus zu machen, braucht man Leidenschaft und Visionen. Und hinter jeder Lautsprecher-Firma steht mindestens ein Visionär. Alle haben zudem eine unabdingbare Eigenschaft: Sie sind Macher. Ideen haben viele, doch nur wenige setzen diese auch um.

Ob Paul Klipsch aus USA, Raymond Cooke aus England, Preben Jacobsen und Julius Mortensen aus Dänemark oder Gayle Martin Sanders und Ron Logan Sutherland aus den USA: Am Anfang ihrer Karriere standen neue Ideen, Lautsprecher besser zu machen. Und jeder hat das auf seine eigene Weise geschafft – sechs Lautsprecher-Macher, die Geschichte schrieben.

Klipsch: Hornlautsprecher

Als Paul Klipsch sein legendäres Klipschorn baute, war der Begriff Hi-Fi noch gar nicht geboren; Röhrenverstärker waren an der Tagesordnung. Für Klipsch bestand die Herausforderung darin, aus den wenigen Watt eines Röhrenverstärkers möglichst viel Schallenergie herauszuholen.

Klipsch Reference II Set
Gesamtwertung: gut 74 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +extrem dynamisch und detailverliebt mit guter Tonalität
  • -Center bündelt horizontal recht stark

Da konventionelle dynamische Lautsprecher, so wie wir sie auch heute noch kennen, einen Wirkungsgrad von kaum einem Prozent besitzen – also etwa ein Hundertstel der elektrischen Energie in akustische umsetzen –, machte sich Klipsch daran, Lautsprecher zu entwickeln, die schon mit wenig Verstärkerleistung beträchtliche Schalldruckpegel erzeugen können.

Klipsch Reference II Set im Test

Klipsch kam im wahrsten Wortsinn „auf den Trichter“. Abgeschaut vom Grammophon vorangegangener Dekaden, entwickelte der Amerikaner 1948 eine ausgeklügelte Hornkonstruktion, die eine Raumecke als Hornverlängerung nutzte, um trotz begrenzter Gehäuseabmessung tief in den Basskeller spielen zu können. Das legendäre Klipschorn war geboren.

Mehr lesen

Das Prinzip: So wie man die Hände vor den Mund als Trichter hält, um sich Gehör zu verschaffen, verstärken auch die Trichter in Verbindung mit Kompressionstreibern den Schalldruck bei Lautsprechern beträchtlich. Nachteil: Ein Horn baut immer sehr groß, da tiefe Frequenzen nur dann verstärkt werden, wenn die Hornlänge und Hornmündung große Abmessungen zeigen. Heute steht Verstärkerleistung in rauen Mengen zur Verfügung; so kann die Firma Klipsch besser für den Wohnraum geeignete Boxen bauen, die nur im Mittel-/Hochtonbereich vom Dynamikpotenzial eines kurzen Hornvorsatzes profitieren.

KEF: Uni-Q – die radialsymmetrische Punktschallquelle

Raymond Cooke gründete seine Kent Engineering & Foundry, kurz KEF, Anfang der 60er-Jahre ebenfalls mit einer Vision: Der Elektrotechniker der BBC experimentierte mit neuen Membran-Materialien und -Technologien und glaubte, mit speziellen Kunststoffen eine natürlichere Musikwiedergabe zu erreichen. Tatsächlich stattete er die BBC mit seinen Pretiziosen aus – eine Ehre, die einer Adelung gleichkommt.

Kef R-Set
Gesamtwertung: sehr gut 79 %
Preis/Leistung: überragend
  • +tonal fehlerfreie Wiedergabe mit bester Abbildungspräzision
  • -eine gute Ausrichtung auf den Hörplatz erforderlich

In den 80er-Jahren brachte die Entwicklungsabteilung der Briten das einzigartige Uni-Q-Chassis hervor: ein koaxial abstrahlendes Chassis, bei dem der Hochtöner im Zentrum des Tief-/Mitteltöners montiert ist. Kontinuierlich weiterentwickelt, bildet diese Chassis-Technik heute den Grundstein nahezu aller KEF-Lautsprecher.

KEF R-Set im Test

Jamo D 600-Set

Preis: 4.000 Euro

+ bestes Dynamikpotenzial in allen Frequenzlagen, neutrale Abstimmung

- große Abmessungen

sehr gut 78 %

Preis/Leistung: sehr gut

Jamo: THX-Lizenz mit D'Apollito-Chassis

Als der Tüftler und Tischler Preben Jacobsen und sein Schwager Julius Mortensen, seines Zeichens erfolgreicher Geschäftsmann, 1968 Jamo gründeten, konnten sie nicht ahnen, dass sie einmal Europas größter Lautsprecherhersteller sein würden. Das Erfolgsrezept: bauen, was die Kunden suchen, gutes Design und gute Technik zu einem bezahlbaren Preis.

Jamo D 600-Set
Gesamtwertung: sehr gut 78 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +bestes Dynamikpotenzial in allen Frequenzlagen, neutrale Abstimmung
  • -große Abmessungen

Jamo gehörte zu den ersten Lautsprecherfirmen, die sich auch der Heimkino-Beschallung widmeten. Sie entwickeln Modelle mit THX-Lizenzierung; der Ton zu Hause klingt fast genauso wie im Kino. Dazu setzen die Dänen drei gleiche Frontlautsprecher mit einer symmetrischen D'Apollito-Chassis-Anordnung und leichter vertikaler Bündelung sowie nach vorne und hinten abstrahlende Dipolboxen ein. Das ist dem Kino-Sound nachempfunden.

Jamo D 600-Set im Test

MartinLogan: Der Flächenstrahler – ein Exot

MartinLogan EM-Set
Gesamtwertung: sehr gut 83 %
Preis/Leistung: sehr gut
  • +fantastisch fein auflösendes, auf den Punkt spielendes Se
    t
  • -im Maximalpegel etwas begrenzt

Ein Exot unter den Schallwandlern ist der Flächenstrahler im Allgemeinen und der Elektrostat im Speziellen. Anfang der 80er-Jahre taten sich der Architekt und Werbefachmann Gayle Martin Sanders und der Elektronik-Ingenieur Ron Logan Sutherland zusammen, um das faszinierende Schallwandler-Prinzip salonfähig zu machen.

Die beiden Hi-Fi-Begeisterten feierten Mitte der Achtziger mit dem Hybrid-Elektrostaten Monolith ihre ersten Erfolge. Heute gibt es bei MartinLogan neben Full-Range- auch Hybrid-Elektrostaten mit konventionellen Basstreibern sowie Heimkino-Systeme mit Center- und Surround-Lautsprechern sowie magnetostatischen Folien-Hochtönern.

MartinLogan EM-Set im Test

Fazit

Alle Systeme im Test weisen eine Gemeinsamkeit auf: Jedes bündelt den Schall mehr oder weniger auf seine Weise und sorgt damit für beste Abbildungspräzision. Das macht sich insbesondere im Heimkinobetrieb positiv bemerkbar, da so selbst nebensächlich erscheinende Geräusche zutage treten.

Tabelle: Testergebnisse im Überblick

Hersteller Jamo KEF Klipsch MartinLogan
Modell D 600 Ultra2 5.1-Paket R300, R200c, R400b RB-61 II, RS-62 II, RC-62 II, SW-112 EM ESL, C2, FX2, Dynamo 700
Preis 4.000 Euro 4.300 Euro 3.100 Euro 6.610 Euro
Klangqualität max. 900 Punkte sehr gut 79% 709 sehr gut 80% 724 sehr gut 78% 706 sehr gut 84% 752
Natürlichkeit (100) gut 72 sehr gut 82 gut 70 sehr gut 80
Auflösungsvermögen (100) gut 73 sehr gut 80 sehr gut 80 überragend 90
Sprachverständlichkeit (100) gut 70 sehr gut 81 sehr gut 75 sehr gut 83
Räumliche Abbildung (100) gut 68 sehr gut 80 sehr gut 75 sehr gut 87
Spielfreude (100) sehr gut 78 sehr gut 82 sehr gut 85 sehr gut 86
Basspräzision (100) überragend 90 sehr gut 76 gut 70 sehr gut 75
Tiefgang (100) sehr gut 89 sehr gut 83 sehr gut 89 überragend 93
Pegelfestigkeit (100) überragend 90 sehr gut 80 überragend 90 sehr gut 81
Set-Harmonie (100) sehr gut 79 sehr gut 80 gut 72 sehr gut 77
Ausstattung max. 80 Punkte sehr gut 75% 60 sehr gut 75% 60 Gut 63% 50 sehr gut 75% 60
Verarbeitung max. 240 Punkte sehr gut 75% 180 sehr gut 77% 185 Gut 63% 150 sehr gut 81% 195
Anmutung (120) sehr gut 90 sehr gut 95 gut 75 sehr gut 100
Material (120) sehr gut 90 sehr gut 90 gut 75 sehr gut 95
Testurteil max. 1220 Punkte sehr gut 78% 949 sehr gut 79% 969 Gut 74% 906 sehr gut 83% 1007
Preis / Leistung sehr gut überragend sehr gut sehr gut
ganze Tabelle anzeigen

Tabelle: Daten und Messwerte

Hersteller Jamo KEF Klipsch MartinLogan
Modell D 600 Ultra2 5.1-Paket R300, R200c, R400b RB-61 II, RS-62 II, RC-62 II, SW-112 EM ESL, C2, FX2, Dynamo 700
Preis 4.000 Euro 4.300 Euro 3.100 Euro 6.610 Euro
Internet: www. jamo.com kef.com/html/de/ klipsch.com audio-components.de
Daten & Fakten
Front (B x H x T) / Gewicht 64,5 x 39,3 x 22,9 cm / 13 kg 21 x 38,5 x 34,5 cm / 12 kg 21,6 x 39,1 x 31,2 cm / 8 kg 22,9 x 132,3 x 41,4 cm / 16 kg
Center (B x H x T) / Gewicht 64,5 x 39,3 x 22,9 cm / 13 kg 53 x 17 x 30,5 cm / 14,4 kg 59,7 x 20,3 x 32,4 cm / 13,8 kg 48,2 x 16,4 x 36,5 cm / 11,1 kg
Rear (B x H x T) / Gewicht 51,6 x 32,7 x 22,1 cm / 9 kg 21 x 38,5 x 34,5 cm / 12 kg 41,5 x 38,1 x 23,4 cm / 10,3 kg 35,5 x 37,9 x 17,2 cm / 7,3 kg
Subwoofer (B x H x T) / Gewicht 58,7 x 55,7 x 50,1 cm / 32 kg 33 x 36,5 x 35,1 cm / 21,5 kg 36,8 x 40,6 x 48,3 cm / 20,9 kg 29,7 x 31,9 x 31 cm / 21 kg
Oberflächen Lack Lack Hochglanz, Furnier Folie Lack
Farben Grau Schwarz, Weiß, Palisander, Nussbaum Esche-Schwarz, Kirsche, (Sub, Surround nur in Schwarz) Schwarz (ESL auch Hochglanz)
Besonderheiten THX-Ultra2-lizenziert Front Hybrid-Elektrostat
TechnikFront// Center // Rear
Bauart Sub-Sat-Set Sub-Sat-Set Sub-Sat-Set Sub-Sat-Set
Anzahl Wege 3 // 3 // 3 3 // 3 // 3 2 // 2 // 2 2 // 2,5 // 2
Magnetisch geschirmt
Besonderheiten Koaxial-Chassis im MHT-Bereich Tractrix-Horn im MHT-Bereich gefalteter Magnetostat-Hochtöner Center und Rear
TechnikSubwoofer
Arbeitsprinzip geschlossen geschlossen Bassreflex geschlossen
Phase variabel / schaltbar • / – – / • – / • – / •
Hochpegeleingang / -ausgang – / – – / – • / – – / -
Raumanpassung
Fernbedienung Sub
Messwerte
Maximalpegel Front/Center/Rear/Sub 109,5 / 109,5 / 103 / 112 dB 103 / 103 / 103 / 101 dB 101 / 111 / 105 / 111 dB 106,5 / 106,5 / 102 / 105 dB
Impedanz Front (min./Durchschnitt) 3,7 / 4 Ohm 3,1 / 3 Ohm 4 / 4 Ohm 1,7 / 2 Ohm
ganze Tabelle anzeigen

 
x