VergleichstestVier TV-Geräte mit 46 bis 60 Zoll im Test
Wir haben vier neue Fernseher von 46 bis 60 Zoll getestet. Was leisten sie und welche Features bringen Sie mit? Im Testlabor: Sonys KDL-46HX855, Panasonics TX-P50GT50E, Samsungs UE55ES6890 und Sharps LC-60LE840E.
Wir haben den Feature-Vergleichstest zwischen Sony KDL-46HX855, Panasonic TX-P50GT50E, Samsung UE55ES6890 und Sharp LC-60LE840E. Logos prangen auf TV-Geräten oder den zugehörigen Kartons wie die Orden an der Brust eines Vier-Sterne-Generals. Und genau diesen Eindruck sollen sie auch vermitteln: Feature-Piktogramme seien eine Auszeichnung. Je mehr, desto besser. Eigentlich haben sie ja die Aufgabe, technische oder funktionelle Details des gewünschten Gerätes in abstrahierter Form für Laien verständlich herüberzubringen.
Bei den meisten ist jedoch wegen der englischen Begriffe oder gänzlich neuer Wortschöpfungen das Gegenteil der Fall. video hat sich bei den Einzeltests der neusten Großbildfernseher aus verschiedenen Preisklassen auch den kleinen bunten Bildchen gewidmet.
Bei der Edge LED-Technik sind die Leuchtdioden, die das Hintergrundlicht für das LCD-Panel liefern, in den Rand des Fensehers eingebaut. Dadurch können die Mattscheiben sehr dünn gebaut werden. Dynamic Edge LED erlaubt es, bei dunklen Motiven im Bild einzelne Zonen dunkel zu steuern, um den Kontrasteindruck zu erhöhen. Dies gelingt wegen der Randanordnung nicht ganz so perfekt wie bei direkten LEDs.
Die Bildverarbeitungsschaltung analysiert und bearbeitet Signale in Standard-Auflösung. Dabei reduziert sie die Rauschanteile, erhöht subjektiv die Auflösung und Schärfe. Abhängig vom Quellmaterial gelingt ihr das ganz gut. Unscharfe Internet-Videos bekommen so eine angenehme Klarheit.
Diese Angabe suggeriert, dass der Fernseher sein Bild 800-mal in der Sekunde neu aufbaut. Tatsächlich hat der Fernseher eine Bildwiederholfrequenz von 200 Hertz. 800 Hertz werden daraus, wenn man eingefügte Dunkelphasen und Zwischenbilder miteinander multipliziert.
Eine Kombination aus Farbfiltern und Rechenvorschriften soll die Wiedergabe von Farben natürlicher erscheinen lassen. Insbesondere die für Fernseher schwierige Darstellung von Hauttönen soll durch Live Colour verbessert werden: Sie wirken schnell zu blass oder zu knallig.
Sony produziert nicht nur Hardware, sondern ist mit seinen Tochtergesellschaften auch im Film- und Musikgeschäft tätig. Dazu gehören die Plattformen Video Unlimited, Music Unlimited und das PlayStation Network. Darüber kann der Kunde Software ausleihen oder kaufen.
Skype ist eine proprietäre Kommunikations-Software, die sich im Laufe der letzten Jahre durchgesetzt hat. Mit ihr kann der Benutzer kostenlose Video-Gespräche zu allen Skype-tauglichen Gegenstellen führen. Voraussetzung: die Kamera CMU-BR100 für 100 Euro.
Wie alle anderen großen TV-Hersteller bietet auch Sony durch kostenlose Apps den Zugriff auf die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter. Bei Sony können sie neben das laufende Fernsehbild eingeklinkt werden und arbeiten sogar, während eine USB-Aufnahme läuft.
Dieses Logo verdeutlicht die Runderneuerung des aktuellen Plasma-Konzepts. Die Größe der Subpixel wurde hinsichtlich ihrer Leuchtintensität optimiert. Deren Ansteuerung und die Zusammensetzung der Phosphore sollen verbessert worden sein. Panasonic will damit den Plasma-Panels bereits 50 Prozent mehr Helligkeit entlocken. Zudem haben die Entwickler die Filterfolien auf dem Panel erneuert und die Vorentladung der Zellen verbessert.
Die neue Technik soll schnelle Bewegungen im Bild noch exakter wiedergeben. Dazu analysiert eine Software die Bildinhalte und erhöht die Zündfolge, wenn sie schnelle Motive erkennt.
USB-Recording erlaubt schnelle Mitschnitte. Dazu braucht der Benutzer lediglich eine USB-Festplatte. Aufnahmen auf der Platte sind verschlüsselt, sodass man die Inhalte mit einem PC nicht herunterladen kann. Der Datenträger funktioniert bis zur nächsten Formatierung nur noch am selben Fernseher. An sich ist das ein praktisches Feature, allerdings in der Single-Tuner-Version weniger nützlich, da man während einer laufenden Aufnahme nicht umschalten kann.
Das Portal beinhaltet eine immer größer werdende Anzahl von Apps aus den verschiedensten Themenbereichen. Dazu gehören Info-Seiten wie etwa die Tagesschau, Facebook und Twitter sowie Video-Apps von YouTube über Acetrax bis Maxdome. Sogar kleinere Spiele können inzwischen installiert werden.
Wie der Name schon andeutet, ist in den Fernseher ein WLAN-Transponder eingebaut. So kann der Fernseher einfach ins heimische Netzwerk eingebucht werden.
Fernseher, die dieses Logo tragen, haben eine native Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten und können progressive 3D-Bilder in dieser Auflösung verarbeiten.
Das Soundpaket beinhaltet acht kleine Hornlautsprecher sowie einen zusätzlichen Tieftöner. Mit Phasenschiebereien wird zudem ein Surround-Effekt erzeugt, um den Fernseher räumlicher klingen zu lassen.
Unter "Smart" versteht Samsung alle Funktionen, die den Fernseher intelligenter machen sollen. Dazu gehören die Benutzeroberfläche Smart Hub, die Samsung Apps, die Samsung Remote App, AllShare, 3D und USB-Recording.
Das Bildverbesserungssystem ist eine Kombination aus Bildwiederholungsfrequenz, dem Einfügen von interpolierten Zwischenbildern und dem exakten Steuern des Hintergrundlichtes. Nicht zu verwechseln mit der nativen Bildfrequenz. Das alles dient der fehlerfreien Darstellung schneller Bewegungen im Bild etwa beim Sport oder bei Action-Filmen.
Das Bildverbesserungssystem dient insbesondere bei 3D-Signalen dazu, Farbe, Kontrast und Bewegung zu optimieren. Sie gleicht außerdem die Helligkeit an, damit die leicht abdunkelnde Wirkung der Shutterbrille ausgeglichen wird.
Unter AllShare fasst Samsung alle Anwendungen zusammen, die drahtgebundenen oder drahtlosen Datenaustausch erlauben. Die PC-Software AllShare arbeitet als DLNAServer, der Mediendateien des Computers auf den TV streamt. Smartphones von Samsung haben eine AllShare App, die ebenfalls Bilder, Musik oder Videos auf den Fernseher beamt.
Das neue Schlagwort in der TV-Branche steht für das gleichzeitige Ausführen verschiedener Anwendungen (Multitasking). So muss der Benutzer nicht erst eine App beenden, um eine andere zu starten. Der Doppelkern beschleunigt die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich.
Ein Feature, das die Qualität von schlecht aufgelösten Internet-Videos automatisch verbessert. Durch Interpolation werden subjektiv die Schärfe erhöht und das Videoformat angepasst.
Inzwischen beherrscht nahezu jeder 3D-Fernseher die Umwandlung von herkömmlicher Filmkost. Das gelingt Samsung schon ganz gut, ist aber mit echtem 3D nicht vergleichbar.
Mit der Quattron-Technologie setzt Sharp als einziger Panel-Hersteller auf einen vierten, gelben Subpixel neben den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die Idee dahinter: Da Gelb aus roten und grünen Pixeln gemischt werden muss, ist gerade dieser natürliche Farbton nicht ganz rein. Quattron soll Abhilfe schaffen. Im Labor lieferten die bisher gemessenen Quattron-Panels normgerechte Farbräume mit einem leichten Hang ins Grüngelbe.
Fernseher und Zuspieler können über HDMI Steuerbefehle austauschen. Die Hersteller haben sich daher auf einen in weiten Teilen kompatiblen Standard geeinigt: HDMI-CEC (Consumer Electronics Control). Die Sharp-Variante heißt AQUOS LINK.
Das Internet-Portal von Sharp basiert auf CE-HTML und enthält etliche nützliche, aber auch weniger wichtige Apps. Ein freier Browser kann ebenfalls dort aufgerufen werden.
Das Bildverbesserungssystem arbeitet mit Zwischenbildern und dem Dunkelsteuern der Hindergrundbeleuchtung. Die Wirkung der Schaltung ist angenehm dezent, da sie das Bild nicht zu stark mit Artefakten anreichert.
Per Timeshift-Funktion kann man das laufende Programm anhalten – etwa bei einem Telefonanruf –, um später an der gleichen Stelle weiterzuschauen. Je nach USB-Speicher und Qualität können so einige Minuten bis wenige Stunden zwischengespeichert werden. Das "+" steht für die neue Generation. Damit kann man auch im Bildmenü schon einen Mitschnitt amelden. Der Nachteil: Aufnahmen bleiben nicht dauerhaft gespeichert.
Jeder Fernseher braucht neuerdings diese standardisierte Energieplakette. Sie gibt Auskunft über Größe, Leistung, Effizienz und Jahresenergiebedarf des Fernsehers. Außerdem ist dort vermerkt, ob im Gerät ein mechanischer Hauptschalter eingebaut ist. Der Sharp LC-60LE840E in diesem Test gehört in die beste Kategorie.
Kaufberatung: Worauf muss ich beim TV-Kauf achten?
Der geneigte TV-Käufer darf sich von all den Symbolen nicht verwirren lassen. Er sollte zunächst einmal seinen eigenen Anspruch definieren. Wer sich zum Einkaufen aufmacht, tut gut daran, eine Checkliste anzulegen:
Welche Bildgröße brauche ich?
Was darf das Wunschgerät kosten?
Was nervt an meinem aktuellen Fernseher?
Welche Funktionen wünsche ich mir bei meinem neuen Gerät?
Wie wichtig ist das gute Bild?
Sollte Internet, 3D oder eine Aufnahmefunktion dabei sein?
Sind diese Eckpunkte schon mal abgehakt, reduziert sich die Auswahl im Laden auf nur wenige Geräte. Und wer sich die Quintessenz dessen genauer ansieht – Fernbedienung, Bildmenü und Zusatzausstattung – wird fast automatisch zu seinem Wunschfernseher gelangen.
Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, hat video vier Exemplare aus verschiedenen Preisklassen aufgestellt: Den Sony KDL-46HX855 (46 Zoll, 1700 Euro), den Panasonic TX-P50GT50E (50 Zoll, 1600 Euro), den Samsung UE55ES6890 (55 Zoll, 2100 Euro) sowie den Sharp LC-60LE840E (60 Zoll, 3000 Euro).
Fernseher im Test: Fazit
Der TV-Käufer braucht sich von der Logo-Flut nicht beeindrucken zu lassen. Hinter jedem Piktogramm verbirgt sich letztlich nur eine Funktion oder ein Ausstattungsmerkmal. Wer sich für einen Fernseher interessiert, muss vor dem Kauf nur die Logos identifizieren, die für seine Ansprüche stehen. Das erfordert etwas Recherche, schützt aber vor Begehrlichkeiten nach dem Fernseherkauf. video arbeitet beständig daran, jedem TV-Fan diese Arbeit abzunehmen.
Im aktuellen Test boten alle Kandidaten tolle Leistungen, allerdings in unterschiedlichen Disziplinen. Panasonics Plasma-TV war wieder einmal der Platzhirsch im Bildtest. Sony bestach durch das beste LCD-Bild. Samsung konnte mit toller Ausstattung punkten und der Sharp-TV war Stromspar-Weltmeister.